"Bereits vor langer Zeit vermochte ein sehr würdiger Gelehrter, Joh. Ruellius aus Soissons , das Euanthemon der Hippokratiker für die Kamille, Matricaria Chamomilla L. zu halten . Vermuthlich gehört dahin auch das Euanthemon des Dioscorides, wie unter andern Dodonäus erinnerte. Dabei ist freilich nicht zu vergessen , dass in Griechenland noch manche andere der Kamille ähnliche Pflanze wächst, und daher jene Annahme keine zuverlässige Gewissheit hat.
Die Hippokratiker gebrauchten das Euanthemon grün oder frisch mit süßem Wein zur Beförderung der Menstruation und des Lochienflusses; zu demselben Zwecke wurde es auch mit Canthariden und andern Mitteln in Mutterhränzen beigebracht."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)