"[I.16. - Bartgras] - Andropogon schoenanthus (Gramineae) - Wohlriechendes Bartgras
Eine Art Bartgras wächst in Libyen, eine in Arabien, eine andere im sogen. Nabathäerlande. Dieses ist das beste. An zweiter Stelle kommt das arabische, welches einige das babylonische, andere Teuchitis nennen. Das libysche ist aber nutzlos. Wähle das frische, rötliche, vielblütige, das beim Spalten purpurfarbig und weiß ist, einen rosenartigen Wohlgeruch hat, wenn es mit den Händen gerieben wird, und mit vielem Feuer auf der Zunge brennt. Im Gebrauch steht die Blüte, der Halm und die Wurzel. Es hat harntreibende, die Menstruation befördernde, die Winde verteilende, schwere Kopfschmerzen verursachende, mäßig adstringirende, dabei auch nährende, die Verdauung befördernde und eröffnende Kraft. Der Trank von der Blüte ist daher heilsam gegen Blutsturz und Magen-, Lungen-, Leber- und Nierenleiden; sie wird auch den Gegengiften zugemischt; die Wurzel ist stärker adstringirend, deshalb wird sie auch bei Ekelempfinden des Magens, sowie bei Wassersucht und Krämpfen gegeben, 1 Drachme mit gleichviel Pfeffer einige Tage hindurch. Die Abkochung derselben ist als Sitzbad bei Gebärmutterentzündungen ein zuträgliches Mittel."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)