"Theobroma bicolor
"Diese Art von Cacao, welche Schwarz in den pharmaeologischen Tabellen schon als Gegenstand
der Pharmacologie mit aufgenommen hat, bauet man bey Carthago am Fuße der Anden von
Quindiu, wo sie von den Bewohnern der dortigen Gegend, die sie Bacao nennen, mit der gewöhnlichen
Art, in dem Verhältnisse wie eins zu drey, zur Bereitung der Chocolade verwendet
wird. Die holzige Rinde oder Schale der Frucht benutzt man dort zu Tassen, Becken und andern
Geräthen. Die Chocolade, welche allein aus ihr bereitet wird, ist nicht sehr wohlschmeckend;
aber Humboldt ist der Meinung, dass diese Art von Cacao durch die fortgesetzte Cultur
sich ohne Zweifel verbessern und den Bewohnern der dortigen Gegend einen neuen, sehr einträglichen
Handelszweig darbieten werde."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)
"Theobroma cacao
"Seit der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts sind die Samen dieses Baumes unter dem Namen
der Cacaobohnen oder Cacao, Cacau, Fructus Cacao , bekannt geworden. Um sie zu gewinnen,
sammelt man die Früchte, welches zweymal im Jahre, im Junius und im December, geschieht;
und zwar ist die letztre Sammlung die ergiebigste. Aus diesen nimmt man die Samen
heraus, sondert sie von dem essbaren, süßlich - sauren Muse, packt sie in Fässer und beschwert
sie in diesen mit Steinen. So lässt man sie vier bis fünf Tage ruhig stehen, während welcher
Zeit sie dann gähren, und den bittern, herben Geschmack verlieren, dagegen aber eine braune,
mehr oder weniger bald ins Graue, bald ins Rothe fallende Farbe annehmen. Hierauf werden
sie ausgebreitet und an der Sonne getrocknet, wo sie dann so weit zubereitet sind, um als Handelswaare
versendet werden zu können. Die besten Cacaobohnen sind die carackischen aus der
Provinz Nicaragua. Diese sind die größten, sind dicker, härter und höckriger als andere im
Handel vorkommende, und sind auch zugleich sehr öhlreich. Die kleinen Flitterchen, die nach
Hagen von den Glimmertheilchen des Bodens, auf dem sie getrocknet werden, herrühren, zeichnen
sie noch besonders aus. Die martinikischen, surinamischen, so wie auch die aus St. Domingo
und andern amerikanischen Inseln, sind kleiner, mit mehr ebener Oberfläche und von einer braunen
Farbe, die nach dem Zimmtbraun sich hinzieht. Sie sind überdies auch bitterer und weniger
öhlreich als jene. Für die schlechtesten werden die brasilischen aus Maragnon kommenden
gehalten.
Man benutzt die Cacaobohnen zur Bereitung der Chocolade und zur Ausscheidung des in
ihnen enthaltenen fetten Öhles, welches man Cacaobutter, Butyrum Cacao, nennt, und die
nach Hagens Erfahrung den vierten Theil des Gewichts der Cacao beträgt.
Man wendet die Cacaobutter innerlich und äußerlich an. Innerlich da, wo öhlige Mittel
anwendbar sind, als bey Stein- und Nierenschmerzen, beym Brennen des Harns von Exulcerationen
der Blase u. s. w. ; äußerlich bey aufgesprungenen Warzen und Lippen, bey schmerzhaften
Zufällen der Genitalien u. dergl."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)