"Coffea arabica
"In Europa wurden die Kaffeebohnen in der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts bekannt, und kamen zuerst 1657 nach Marseille, jedoch erst 1669 nach Paris; und dann haben sie sich sehr bald über ganz Europa verbreitet. Im Handel unterscheidet man, unter mehreren nach Provinzen benannten Sorten, vorzüglich fünf, als: 1) den lev antischen, der aus Arabien kommt,, und wovon der im Lande Yemen gesammelte, der beste ist und durch kleine Bohnen von bleichgelber ins Grünliche fallender Farbe sich auszeichnet; 2) den javanischen aus Ostindien, durch große und gelbe Bohnen von andern verschieden; 3) den martinikischen aus kleinern, grünlichen Bohnen bestehend; 4) den surinamischen, der aus Westindien zu uns kommt, dessen Bohnen noch größer als die des javanischen sind; und 5) den bourbonischen, dessen Bohnen am meisten ins Weiße fallen. ...
Diese Untersuchung zeigt sehr deutlich, dass man den Kaffee nicht statt der China gebrauchen kann; aber dennoch sollte man ihn als Arzneymittel nicht übersehen; ich habe ihn als krampflinderndes Mittel stets sehr wirksam gefunden. Bey einem krampfhaften Zustande mit kurzem Athem, Herzklopfen und so vermehrtem Pulse, dass derselbe nicht mehr zu zählen war, half, nachdem die wirksamsten, krampflindernden Mittel mehrere Stunden lang vergeblich angewendet waren, eine Tasse Infusum von geröstetem Kaffee augenblicklich."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)