Hartheu, Johanniskraut, Hypericum, mit ca. 200 Arten fast über die gesamte Erde verbreitete Gattung der Hartheugewächse. Kräuter, (Halb-) Sträucher, bisweilen auch Bäume mit oftmals durch Öldrüsen punktierten Blättern und meist 5zähligen Blüten mit oberständigem Fruchtknoten und zahlreichen Staubblättern.
Von etwa 10 in Mitteleuropa beheimateten Arten ist Hypericum perforatum, das Echte Johanniskraut (Tüpfel-Johanniskraut), am verbreitetsten. Die in Eurasien und Nordafrika heimische, heute fast weltweit eingebürgerte Staude besitzt eilängliche Blätter und in Trugdolden stehende, goldgelbe Blüten, die beim Zerreiben einen roten Saft absondern; Standorte sind Brachen und Magerweiden, Böschungen sowie Gebüsch-, Wald- und Wegränder.
Das Echte Johanniskraut enthält bis zu 1% etherische Öle (u.a. mit α-Pinen, Myrcen, Cadinen und Isovaleriansäureestern), verschiedene Flavonoide (Quercetin, Hyperin, Rutin und (Iso-)Quercitrin), Harze, Gerbstoffe, Rhodan; zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören das photosensibilisierend wirkende Hypericin sowie das antibakteriell und antidepressiv wirksame Hyperforin. Johanniskraut wirkt adstringierend, antiseptisch, harntreibend, wundheilend, sedativ und gegen Darmparasiten. Die Pflanze wird daher seit alters her innerlich und äußerlich in Form von Tees, Tinkturen oder Ölauszügen (Johanniskrautöl) gegen eine Vielzahl verschiedener Leiden eingesetzt. Wichtige Anwendungsbereiche sind die Wund- und Schmerzbehandlung, Atemwegserkrankungen, Magen-, Darm- und Blasenleiden sowie nervöse Störungen und Depressionen.