Synonyme: Hypericum officinarum, H. officinale, H. vulgare;
Herrgottsblut, Hexenkraut, Jageteufel, Johannisblut, Konradskraut, Mannskraft, Tüpfel-Hartheu

Historisches: Hypericum ist der Pflanzenname bei Plinius und hypericón bei Dioskurides. Der Artname perforatum (lat., durchlöchert) nimmt Bezug auf die durchscheinend punktierten Blätter. Der deutsche Name Johanniskraut wurde gewählt, weil die Pflanze um Johanni in voller Blüte steht. Mit dem Namen Hartheu wird auf die harten Stengel verwiesen, die kein gutes Heu geben. Als Heilpflanze ist Johanniskraut seit dem frühen Altertum bekannt und fehlt auch in den Kräuterbüchern des Mittelalters nicht, wobei die Indikationen wechselten; allerdings steht die Anwendung in der Wundheilung meist im Vordergrund. Im Volksglauben galt Johanniskraut lange Zeit auch als Mittel gegen Zauberei und Anfechtungen des Teufels.

Drogen: 1. Hyperici flos recens (syn. Flores Hyperici recentes); Frische Johanniskrautblüten, die frischen, im Juli oder August gesammelten und von den Blütenstandsachsen getrennten Blütenknospen und Blüten.
Inhaltstoffe: Flavonoide mit Hyperosid (1,1 %) als Hauptkomponente, ferner Biflavone, u.a. Amentoflavon, Xanthone, Naphthodianthrone, bes. Hypericin (ca. 0,1 %), Phloroglucinderivate, bes. Hyperforin (ca. 0,2 %) vgl. Formel sowie äther. Öl (ca. 0,25 %) mit aliphatischen Kohlenwasserstoffen als Hauptkomponenten.
2. Hyperici herba (syn. Herba Hyperici, Herba Solis, Hypericum cum flore, Sumitates Hyperici); Johanniskraut (syn. Blutkraut, Feldhopfenkraut, Tüpfelhartheu), die kurz vor oder während der Blütezeit gesammelten und getrockneten ganzen oder zerkleinerten oberirdischen Teile.
Inhaltstoffe: s.o., zusätzlich Gerbstoffe vom Catechin-Typ (ca.10 %).