"[III.162. - Gemeines Hartheu] - Hypericum perforatum (Hypericoideae) - Gemeines Johanniskraut
Das Askryon - Einige nennen Askyroeides, Andere Androsaimon - auch dieses ist eine Art Hyperikon, in der Grösse verschieden, denn es hat grössere Zweige, ist buschiger und hat röthliche zarte Blätter, trägt gelbe Blüthen und eine Frucht wie Hyperikon, welche nach Harz duftet und welche zwischen den Fingern zerrieben diese blutartig färbt, wie es auch dieserhalb Androsaimon genannt wird. Auch seine Frucht ist wirksam bei Ischias, wenn sie mit 2 Kotylen Honigwasser getrunken wird, denn sie führt viel gallige Unreinigkeit ab; sie muss aber anhaltend bis zur Gesundung gegeben werden. Sie ist auch ein gutes Mittel als Umschlag bei Feuerbrandwunden."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[III.163. - Androsaimon] - Hypericum ciliatum [perfoliatum] (Hypericoideae) - Breitblättriges Hartheu
Das Androsaimon - Einige nennen es Dionysias, Andere dasselbe auch Askryon - Es unterscheidet sich aber vom Hyperikon und Askyron, indem es ein zartzweigiger sperriger Strauch ist mit röthlichen Zweigen und dreimal so grossen Blättern als bei der Raute, welche beim Zerreiben einen weinartigen Saft abgeben. Es hat mehrere nach oben zu fiederspaltige Achselschüsse, an denen kleine gelbe Blüthchen stehen. Die Frucht sitzt in einem dem des schwarzen Mohns ähnlichen Kelche und ist wie bunt, die zerriebene Dolde gibt einen harzigen Geruch von sich. Auch von diesem die Frucht, fein zerrieben sind zu 2 Drachmen getrunken, führt die galligen Unreinigkeiten ab. Vorzugsweise heilt sie Ischias, man muss aber nach der Reinigung Wasser nachtrinken. Auch Feuerbrandwunden heilt das Kraut als Kataplasma, endlich stillt es das Blut."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[III.164. - Koris] - Hypericum coris (Hypericoideae) - Strauchiges Hartheu
Die Koris - Einige nennen auch diese Hyperikon - hat ein Blatt ähnlich dem der Heide, aber kleiner, fetter und roth. Es ist ein spannenhoher, scharfer und wohlriechender Strauch. Seine Frucht, getrunken, treibt den Harn und die Katamenien; mit Wein genommen hilft sie bei Spinnenstichen, bei Ischias und Opisthotonie, gegen Frostschauer mit Pfeffer; mit Oel bildet sie auch eine wirksame Salbe gegen Opisthotonie. [Seine Wurzel - so glaubt man - mit Wein gekocht und getrunken, hilft Erschlafften, der Leidende muss sich aber beim Trinken gut beflecken, denn der ganze Körper kommt in Schweiss und erhält dadurch Lebendigkeit.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[IV.59. - Ageraton] - Hypericum origanifolium (Hypericoideae) - Dostenblätteriges Hartheu
Das Ageraton ist ein zwei Spannen langer, niedriger, einfacher, am meisten dem Dosten ähnlicher Strauch und hat eine Dolde mit blasiger, goldgelber Blüthe, die kleiner ist als beim Elichryson. Es wird aber Ageraton genannt, weil es auf lange Zeit die Blüthe in gleichem Aussehen erhält. Die Abkochung desselben hat brennend erwärmende Kraft. Das Kraut selbst Getrunken treibt den Harn und hat be Gebärmutterleiden erweichende Wirkung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)