"Javanische Gelbwurz: wird auch als Temoe Lawak bezeichnet und stammt von der auf Java heimischen Curcuma xanthorrhiza. Anders als Curcuma domestica-Rhizome werden die Wurzeln nicht gebrüht, sodass sie keine verkleisterte Stärke enthalten. Die Droge hat einen schwach aromatischen, dumpferdigen Geruch und schmeckt leicht bitter.
Inhaltsstoffe sind Ätherisches Öl (3-12%), Sesquiterpene, als Kurkuminoide bezeichnete gelbe Farbstoffe wie in C. domestica, sowie Stärke und Mineralstoffe.
Nach älteren pharmakologischen Untersuchungen wirken die Kurkuminoide den Gallenfluss fördernd (choleretisch), das ähterische Öl cholekinetisch (Enleerung der Gallenblase durch Kontraktion). An der Übertragbarkeit auf die therapeutische Situation am Menschen lässt sich zweifeln, weil die zugeführten Wirkstoffe außerordentlich gering sind. Ob die Extractum Curcumae enthaltenden Fertigarzneimittel äherisches Curcumaöl enthalten ist nicht bekannt.
Kurkumazubereitungen als Tee oder in Form von Liquidapräparaten haben einen gewissen Amarum-Aromatikum-Charakter. Der angenehme Geschmack führt zu einer vermehrten Speichelsekretion, die ihrerseits via reflektorischer Mechanismen mit der Stimulation anderer sekretorischer Drüsen, insbesondere der Bauschspeicheldrüse einherzugehen pflegt. Vergleichbar den Pfefferminzblättern kommen daher als Anwendungsgebiete der Kurkuma Magen-Darm-Galle-Beschwerden in Frage.
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Isoprenoide in Javanischer Gelbwurz: Die Pflanze enthält im ätherischen Öl zahlreiche Sesquiterpene. Artspezifisch ist das Xanthorrhizol, das daher als Leitstoff zur Identitäts- und Reinheitsprüfung geeignet ist."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)