"Die Alten rechneten die Schwertlilie zu den wohlriechenden
Medikamenten und brauchten besonders die
Wurzel. Wir kennen aber nur eine Art, deren Wurzel
sich vorzugsweise durch ihren Wohlgeruch auszeichnet,
nämlich die florentinische Schwertlilie, Iris
florentina L. , welche gewöhnlich für die Iris der
Alten gehalten wird. Die Blume derselben ist aber
schneeweiß , und Dioscorides spricht von buntfarbigen
Blumenblättern , sie wächst auf Bergen , wie sie z. B.
Camerarius um Piperno in Italien fand , dagegen
sagt Pausanias , sie wachse an sumpfigen Orten,
sie gleiche der Lilie an Größe , nicht aber an Farbe.
Man darf daher vielleicht annehmen, dass in Griechenland
oder in den angrenzenden Gegenden , noch andere
wohlriechende Arten der Iris wachsen , die wir aber
noch nicht gehörig kennen.
Die Hippokratiker bedienten sich der gekochten
und zerstoßenen Wurzel zu Bähungen und in Mutterkränzen. Berühmt war die aus der Iris bereitete
Salbe, die, wie Pausanias sagt, ein vorzügliches Mittel
um Schmerzen zu stillen ausmacht. Strabo rühmt besonders die Selgische Iris, und die aus ihr
bereitete Salbe. In den hippokratischen Schriften wird
diese Salbe oft genannt, sie wurde hauptsächlich in Mutterkränzen
beigebracht."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)