Iris florentina
"Die hier abgebildete und beschriebene Pflanze ist die echte Iris florentina , die sich von der gewöhnlich in Gärten bey uns vorkommenden , die nur eine Varietät der Iris germanica ist, sehr wohl unterscheiden lässt. Ich habe sie zweymal aus Italien erhalten, und zwar zugleich mit Iris germanica und Iris pallida, die alle drey in Italien auf Mauern und hohen, steinigen, trocknen Gegenden Vorkommen. Hier habe ich sie in drey Frühjahren blühen sehen, und stets eine gleiche Entwickelung ihrer Theile bemerkt, ...
Von allen dreyen sammelt man in Italien die florentinische Violen Wurzel, Rad. Iridis s. Ireos florentina, die schon geschält zu uns kommt und erst während des Trocknens den angenehmen Veilchengeruch erhält. Der geistige Auszug ist von gelblicher Farbe, besitzt den angenehmen Veilchengeruch und einen bitterlichen, balsamischen, wachsend-scharfen, den Schlund reizenden Geschmack. Abgeraucht erhält man ein Weichharz von braungelber Farbe. ...
Früher wurde sie auch als Brech- und Abführmittel in Pulverform zu 10 bis 20 Gran bey Rheumatismen, chronischen Katarrhen, asthmatischen Reschwerden und in der Wassersucht gegeben. Äußerlich wendet man sie noch zu Niespulvern, Zahnpulvern und wohlriechenden Mischungen an, so wie auch zu Fontanellenkügelchen, zu deren Verfertigung die wurmstichige Wurzel nach Kummer, da sie stärker reizend ist, in gewissen Fällen empfohlen werden kann. Auch giebt man die ganze Wurzel den Kindern beym Zahnen in den Mund, um sie darauf beißen zu lassen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)

Iris foetidissima
"In frühem Zeiten wurde von der Iris foetidissima die Wurzel, Rad. Xiridis s. Spathulae foetidae, als Arzneymittel gebraucht. Sie zeigt sich im frischen Zustande, so wie auch die Blätter, gerieben, von einem unangenehmen, widrigen Gerüche und besitzt einen scharfen Geschmack. Frsch wirkt sie purgirend - und brechenerregend. Auch schreibt man ihr narkotische und krampfstillende Eigenschaften zu. Man hielt sie für wirksam in der Hysterie, wider den Kropf und andere Geschwülste."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)

Iris germanica
"Früher wurde in Deutschland von der Iris germanica die sogenannte Wurzel gesammelt und unter dem Namen Rad. Iridis s. Ireos nostratis im Arzneyvorrathe aufbewahrt. Man findet sie im frischen Zustande von etwas widrigem Gerüche, der aber während des Trocknens, so wie bey der der Iris florentina, in einen angenehmen Veilchengeruch sich verändert. Man hielt sie für ein sehr heftig wirkendes Brech- und Abführungsmitlel , und gab den aus der frischen Wurzel gepressten Saft bey der Wassersucht; doch wenn sie in therapeutischer Hinsicht sich wirklich von der Rad. Iridis florentinae unterscheidet, so kann dies nur von dem Vorkommen oder dem Standorte des Gewächses hergeleitet werden, wo denn freilich wohl der Einfluss, welchen das Klima in Deutschland oder Italien auf die Erzeugung der Bestandteile haben kann , nicht für so ganz gleichgültig möchte genommen werden können. Sonst ist es wohl, den Nachrichten aus Florenz und Pisa zufolge als wahr anzunehmen, dass auch von der Iris germanica die Rad. Iridis florentinae gesammelt werde...
Die dunkelblauen, in Wasser eingeweichten und schon halb verfaulten Zipfel der Blumenkrone geben, mit Kalk behandelt, die grüne Saftfarbe, welche man Liliengrün nennt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)

Iris pallida
"Bei der Iris florentina habe ich die Theile angeführt, auf welche man zu achten hat, wenn man die Iris germanica und pallida von jener, oder überhaupt alle drei von einander unterscheiden will, und habe auch bemerkt, dass ich diese Theile in Hinsicht ihrer Entwicklung beständig gefunden habe, und dass man alle drei Pflanzen für Arten nehmen könnte ...
Dass, nach den von Tozzetti und Savi gegebenen Notizen, auch von der Iris pallida die florentinische Violenwurzel, Rad. Iridis s. Ireos florentinae, gesammelt wird, ist schon bey der Iris florentina bemerkt worden. Sehr wahrscheinlich befand sich dieselbe auch mit in der Anpflanzung von Iris germanica ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)