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"[II.196. - Kleindrachenwurz] - Arum italicum (Aroideae) - Italienische Aron
Die andere Drakontia hat große, epheuähnliche Blätter mit weißen Flecken, einen aufrechten, zwei Ellen hohen, schlangenähnlichen bunten Stengel, der mit purpurnen Flecken gesprenkelt ist und die Dicke eines Stabes hat. An der Spitze sitzt eine traubige Frucht, welche zuerst grau, bei der Reife safranartig ist und beißenden Geschmack hat. Die Wurzel ist fast rund, zwiebelartig, ähnlich der des Aron mit einer dünnen Rinde. Sie wächst unter schattigen Zünnen und Dorngestrüpp. Die zu Saft verarbeitete Frucht hat die Kraft, mit Öl in das Ohr geträufelt Ohrenschmerzen zu lindern, mit Wolle in die Nase gesteckt, den Polypen zu vernichten, und als Salbe Krebsgeschwüre zu heilen. Die, welche dieselbe in der Menge von dreißig Körnern mit Essigwasser einnehmen, machen eine Fehlgeburt. Auch der Geruch der Blüte nach dem Verwelken soll im ersten Stadium der Schwangerschaft den Embryo töten. Die Wurzel ist erwärmend und bewirkt leichten Auswurf der Feuchtigkeit aus der Brust, wenn sie gekocht oder geröstet mit Honig genossen wird. Käse, welcher in die Blätter gewickelt wird, bleibt vor Fäulnis bewahrt. Die Wurzel wird als Gemüse gebraucht und als diätisches Mittel, indem sie gekocht und roh gegessen wird. Die Bewohner der gymnetischen Inseln, auch Balearen genannt, mischen die gekochte Wurzel mit viel Honig und setzen sie bei Gastmählern als Kuchen auf."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)