"[IV.60. - Taubenkraut] - Lyocopus exaltatus (Labiatae) - Hoher Wolfsfuss, Verbena officinalis (Verbenaceae) - Gebräuchliches Eisenkraut
Das aufrechte Peristereon - Einige nennen es Peristerion, Andere Trygonion, Bunion, Hierabotane, Philtrodotes [die Aegypter Pempsemte, die Propheten Thräne der Hera, auch Marderblut, Blut des Hermes, die Römer - Crista gallincacea, auch Ferraria, Trixalis, Exsuperans, Herba sanguinalis] wächst an feuchten Plätzen; es scheint aber den Namen daher zu haben, dass die Tauben sich gern bei ihm aufhalten. Es ist ein Kraut von der Höhe einer Spanne oder grösser, hat eingeschnittene weissliche, aus dem Stengel hervorkommende Blätter und wird meist mit nur einem Stengel und einer Wurzel angetroffen.
Es scheint, dass die Blätter mit Rosensalbe oder altem Schweinefett als Zäpfchen eingelegt die Schmerzen der Gebärmutter vertreiben. Mit Essig als Umschlag lindert es roseartige Entzündungen und heilt faulige Geschwüre; ferner verklebt es Wunden und bringt alte mit Honig zur Vernarbung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)