"Rosa canina
"In früherer Zeit sammelte man von der Rosa canina die Kronenblätter Flores Rosae sylvestris , so
wie auch die von den Karyopsen und Haaren entleerten Hagebutten, Früchte, Fructus Cynosbati , genannt,
und auch die Karyopsen unter dem Namen der Samen, Semen Cynosbati , ja auch die Rinde der Wurzel,
Cortex radicis Rosae sylvestris; und so hatte man auch die großen, gleichsam bemoosten Auswüchse,
welche vorzüglich an dieser Rose — sehr selten nur an Rosa rubiginosa und villosa — Vorkommen,
durch den Stich und das Einlegen der Eyer von Cynips, Tendredo u. Diplolepis Rosae und Ichneumon
manifestatus eutstehen, und Schlafäpfel, Schlafkauz und Rosenschwamm, Spongia Cynosbati.
Fungus Bedeguar s. Rosarum, genannt werden. ...
Die unreifen Hagebutten unterscheiden sich von den reifen durch geringen Gehalt an Gummi und
Harz. Die Benutzung dieser Frucht in der
Küche, wo man auch die der Rosa villosa anwendet, ist bekannt. Die Russen an der Wolga brennen von
diesen Früchten Branntwein; und in Sibirien bedient man sich der Blätter dieser Rose statt des Thees."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)