Hundskamille, Anthemis, mit ca. 100 Arten über fast ganz Europa verbreitete Gattung der Korbblütler; einjährige bis ausdauernde Kräuter mit meist wiederholt fiederspaltigen, oft fein zerteilten Blättern und relativ großen, einzeln stehenden, margeritenähnlichen Blütenköpfen.
Bekannte Arten: die in Unkrautgesellschaften (vor allem der Getreidefelder) wachsende Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) mit weißen Randblüten und die u.a. in Trockenrasen und Felsbandgesellschaften (Sedo-Scleranthetalia) zu findende Färberkamille oder Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria) mit goldgelben Blütenköpfen, deren Farbe, Xanthophyll (Carotinoide), früher zum Färben benutzt wurde (Name!).
Die aus Südwesteuropa stammende, seit langem als Heil- und Zierpflanze kultivierte, bisweilen verwilderte Römische Hundskamille (Anthemis nobilis) wird heute als Chamaemelum nobile einer eigenen Gattung zugeordnet (Chamaemelum). Ihre stark aromatisch duftenden, gewürzhaft-bitter schmeckenden Blütenköpfe liefern ein bläulich gefärbtes, Azulen-haltiges etherisches Öl und finden ähnliche Verwendung wie die der Echten Kamille.