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Feld-Anthemis, Ackerkamille, geruchlose Kamille, falsche Kamille, Hundskamille, wilder Hermel, Ochsenzunge, Kuhauge, Rindsauge, Mayunkraut.
Wächst in ganz Deutschland und in den mehresten Ländern Europens auf Äckern und Brachfeldern.
Blühet vom Junius bis in den August.
Die Anthemis arvensis kann leicht mit der Matricaria Chamomilla verwechselt werden, von welcher sie sich aber durch folgende Kennzeichen unterscheiden läßt, als: 1) Ist sie geruchlos. 2) Sind die Stengel, deren mehrere aus einer Wurzel kommen, alle aufwärtsgebogen, öfters an der Basis gestreckt; aber keiner - auch nicht der Hauptstengel - aufrecht. 3) Sind die Blätter weichhaarig, mit lanzettförmigen Einschnitten; nicht aber kahl, mit linienförmigen Einschinitten. 4) Ist der Same umgekehrt-kegelförmig; nicht aber länglich. 5) Ist der Befruchtungsboden spreuartig, markig; nicht aber nackt und hohl."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)
"Stinkende Anthemis, stinkende Kamille, Hundskamille, Hundsdille, Krötdille, Kuhdille, Hundsromey, Gänsekropf.
Wächst in ganz Deutschland und in den mehresten Ländern Europens auf Äckern, an Dörfern und auf Schutthaufen.
Blühet vom Julius bis in den September.
In ältern Zeiten wurde die Anthemis Cotula als Arzneymittel gebraucht, und man bewahrte von ihr in den Apotheken Kraut und Blumen (Herba et Flores Cotulae foetidae) auf.
Ihr starker, wenn gleich nicht angenehmer Geruch, so wie ihr scharfer, brennender Geschmack verrathen bey ihr die Gegenwart eines ätherischen Öhles und scharfen Princips, weßhalb sie wohl einen Platz unter den wirkenden Arzneymitteln verdienen mögte. Das durch die Destillation mit Wasser aus den Blumen geschiedene ätherische Öhl ist von bläulicher Farbe; und die Menge, die man aus 50 Pfund Blumen erhalten kann, beträgt nach Carthäuser etwas über 2 Unzen, nach Lewis über 2 1/2 Unze.
Von ältern Ärzten ist sie inneerlich wider Gicht und Krämpfe, und äußerlich bey hysterischen und hämorrhoidalischen Zufällen mit Nutzen angewandt worden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)