"Huflattichblätter: Getrocknete Blattspreiten von Tussilago farfara. Die Pflanze ist über Europa, West- und Nordasien und Nordafrika verbreitet, sowie in Nordamerika eingeschleppt. Ihre meist vor den Laubblättern erscheinenden gelben Blütenköpfchen finden sich unter den ersten Frühlingsblüten. Die Blätter sind in der Jugend beiderseits filzig behaart, später oberseits kahl. Huflattich ist eine reine Sammeldroge von wildwachsenden Pflanzen.
Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein leicht honigartiger Geruch. Der Geschmack ist leicht süßlich, schleimig.
Anwendung: Zur Reizlinderung bei Pharyngitis und Tracheitis. Der wahre Grund, warum Huflattich in so vielen pflanzlichen Fertigarzneimitteln enthalten ist dürfte darin bestehen, dass es sich um eine wohlfeile Droge handelt. In industriell hergestellten Teemischungen übernehmen die Huflattichblätter die Funktion eines Konstituens: die filzige Behaarung verhindert ein Entmischen von Drogen unterschiedlichen spezifischen Gewichts, die in der Rezeptur enthalten sind.
Der Alkaloidgehalt ist zu gering, um akute Intoxikationserscheinungen befürchten zu müssen. Bei Ratten wurden in Langzeitversuchen und bei hoher Dosis erhöhte Lebersarkombildungsraten nachgewiesen. Ob mit einer längeren Anwendung von Huflatichtee ein Risiko verbunden ist, wird kontrovers beurteilt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)