Hopfen, Humulus, mit 2 Arten in den gemäßigten Gebieten vertretene Gattung der Cannabisgewächse, deren Ursprung vermutlich in Osteuropa liegt.
In Europa: Humulus lupulus, eine häufig in Auenwäldern und ruderalen Gebüschen, auf frischen, nährstoffreichen Böden anzutreffende, ausdauernde, diözische Pflanze. Ihre zahlreichen, alljährlich aus dem Rhizom hervorgehenden, windenden, 3–6 m langen Triebe tragen paarweise gegenständige, rundlich-eiförmige, meist 3–7 spaltige, borstig behaarte Blätter mit Nebenblättern. Die unscheinbaren, gelblich-grünen Blüten stehen in end- oder blattachselständigen, lockeren Rispen („männlich“) oder sind in endständigen bzw. an axillären Kurztrieben stehenden zapfenartigen Scheinähren („weiblich“) angeordnet. Die Frucht des Hopfens ist ein Nüßchen (Fruchtformen).
Die wirtschaftliche Bedeutung des Hopfens besteht in seiner Verwendung als wichtigster Zusatzstoff der Bierherstellung (Bier). Daneben werden junge Hopfensprosse roh als Salat oder gekocht als Hopfenspargel verzehrt und aus Hopfenzapfen ein sedierend wirkender Tee gewonnen. Die beruhigende Wirkung des Hopfens wird neuerdings dem in ihm enthaltenen Wirkstoff 2-Methyl-3-buten-2-ol zugeschrieben.
In Hopfenkulturen baut man vegetativ vermehrte „weibliche“ Pflanzen an, deren bis zu 12 m lange Triebe sich an Drähten und Stangen emporranken. Vor- und Nebenblätter der Blüte, deren becherförmige Drüsenhaare u.a. Hopfenbitterstoffe (Humulon, Lupulon; Bitterstoffe), etherische Öle (Hopfenöl) und Polyphenole enthalten, wachsen nach dem Verblühen zu sog. „Dolden“ heran, die im August/September geerntet werden. Zur Bierherstellung verwendet man entweder getrocknete Hopfendolden, ihr Pulver oder einen aus ihnen hergestellten Extrakt.