Verwendet wird die im Frühling von den Zweigen geschälte und durch Schaben vom Kork befreite Rinde. Weiters die getrockneten Blüten und die im Jugendzustand geernteten, getrockneten Blätter sowie die reifen, getrockneten oder frischen Beeren. Auch die Wurzel wird für therapeutische Zwecke geerntet.

Traditionelle Anwendung:
Attichblätter werden volkstümlich äußerlich als Gurgelmittel bei Entzündungen des Halses sowie für Umschläge bei Gicht und rheumatischen Beschwerden, innerlich als harntreibendes und schweißtreibendes Mittel angewendet. Gegenanzeige: Die Einnahme größerer Mengen kann zu Übelkeit und Brechreiz führen.
Attichbeeren dienen volkstümlich als harn- und schweißtreibende Droge, bei Verstopfung und Gicht der Füße. In der Technik als Färbemittel. Geg.: Die innerliche Verwendung roher oder ungenügend erhitzter Früchte kann zu starken Reizwirkungen, Übelkeit und Erbrechen führen.
Attichwurzel wird volkstümlich als harntreibendes Mittel, bei Verstopfung und zur Herbeiführung von Brechreiz eingesetzt.
Die Rinde von Sambucus nigra fand früher bei rheumatischen Beschwerden, als harntreibendes Mittel sowie zur Steigerung des Milchflusses bei Wöchnerinnen Anwendung. Die Blüten und Blätter dienen als Tee eingenommen zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten sowie zur Einleitung von Schwitzkuren.
Die Beeren oder der daraus gewonnene Saft werden bei Verstopfung, zur Anregung der Harnausscheidung und als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten in der Volksheilkunde verwendet. Auch über den Einsatz bei Ischias, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Herzbeschwerden und Trigeminusneuralgie wird berichtet. Im Haushalt dient die Droge zur Bereitung von Saft und Marmeladen sowie als Lebensmittelfarbstoff.

Homöopathie:
Sambucus ebulus HAB 34, die frischen, reifen Beeren.
1. Sambucus nigra (syn. Sambucus) HAB 1; Holunder, frische Blätter und Blütenstände zu gleichen Teilen.
Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Atemwege.
2. Sambucus e cortice HAB 34, die frische Rinde der jungen Zweige.

Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy ): als schweißtreibendes Mittel bei einer banalen Erkältung, bei Fieber und Frösteln.
ESCOP
Wissenschaftlich belegte Indikationen: als Sekretolytikum in fixer Kombination mit anderen Arzneidrogen (Enzianwurzel, Primelblüte, Eisenkraut, Sauerampferkraut).
Keine unerwünschten Wirkungen bekannt.

Bereitung eines Teeaufgusses:
3 bis 5 g Holunderblüten mit ca. 150 mL siedendem Wasser übergießen und nach 5 bis 10 Min. abseihen.
2- bis 4-mal täglich eine Tasse Holunderblütentee möglichst heiß trinken (Schwitzkur); Tagesdosis 10 bis 15 g Droge. Sinnvoll ist eine Kombination mit anderen Drogen, z. B. Lindenblüten, Mädesüßblüten, Kamillenblüten (Erkältungstee).