Holunder, Holder, Holler, Sambucus, mit etwa 25 Arten über die gemäßigten Gebiete und Subtropen verbreitete Gattung. Stauden und sommergrüne Sträucher oder kleine Bäume mit markhaltigen Zweigen, unpaarig gefiederten, großen Blättern, kleinen, in dichten Trugdolden oder Rispen stehenden, 5-(3–6)zähligen Blüten (Blütenstand) sowie 3–6samigen, beerenförmigen Steinfrüchten.
Wichtigste einheimische Art ist der in Europa, Nordafrika und Westasien verbreitete Schwarze Holunder, Sambucus nigra, ein bis 10 m hoher Strauch oder Baum mit heller, warzig-rissiger Rinde, weißlichen, stark duftenden Blüten und kleinen, runden, schwarzvioletten Früchten. Kleiner, etwa bis 5 m hoch, ist der Trauben-Holunder (Sambucus racemosa) mit grünlich-gelben Blüten und kugeligen, scharlachroten Früchten. Der nur bis 2 m hohe Zwerg-Holunder oder Attich (Sambucus ebulus) ist eine Staude mit weißen oder rötlichen Blüten und glänzend schwarzen, länglichen Früchten. Standorte aller 3 Arten sind (feuchte) Waldschläge und -lichtungen, Wald- und Wegränder sowie Schutthalden.
Der Schwarze Holunder kommt auch in Dünenweiden-Gebüschen vor (Salicion arenariae) und liebt stickstoffreiche Standorte z.B. in Siedlungsnähe. Aus seinen frischen Blüten läßt sich Holundersekt zubereiten. Die Früchte werden wie die anderer Holunderarten seit alters her als Wildobst gesammelt. Neben Anthocyan enthalten sie Fruchtsäuren, Gerbstoff, Zucker sowie Vitamin A und C und sind geeignet zur Herstellung von Saft, Sirup, Marmelade, alkoholischen Getränken sowie Süßspeisen.
Seit der Antike gelten Früchte, Blätter, Blüten, Rinde und Wurzeln des Holunders auch als Heilmittel. Die neben Schleim, Gerbstoff und Cholin vor allem etherisches Öl enthaltenden Blüten werden noch heute als schweißtreibender „Fliedertee“ bei fiebrigen Erkrankungen verabreicht. Das in den unreifen Früchten, Blüten, Blättern und insbesondere der Rinde enthaltene Blausäureglykosid Sambunigrin kann zu Brechdurchfall führen. Verschiedene Holunder-Arten sind heute beliebte Ziergehölze.