"Gemeiner Hollunder, schwarzer Hollunder, Holderbaum, Hollerbaum, Flieder, Fliederbaum, Schibikenbeerbaum, Kesken, Alhornbaum.
Wächst in ganz Deutschland und den übrigen Ländern Europens, so wie auch in Japan, in Wäldern und Hecken, an Zäunen und Mauern.
Blühet im Junius.
Als Arzneymittel hat man mehrere Theile dieses Gewächses benutzt, als die innere Rinde, Cortex Sambuci interior, die von den nicht zu alten Ästen genommmen werden muß, ferner die Blätter, Blumen, Beeren und Samen, Folia, Flores, Baccae et Semen Sambuci.
Die Rinde und die Blätter sind von eben der Wirkung, wie bey Sambucus Ebulus.
Die Blumen sind gelind reizend und befördern besonders die Hautausdünnung. Man giebt sie im Aufgusse bey Catharral- und Ausschlagsfiebern. Äußerlich gebraucht man sie in Umschlägen zum Erweichen und Zertheilen, so wie auch ihren Aufguß in der Bräune zum Gurgeln. Auch bereitet man ein destillirtes Wasser, Aqua Florum Sambuci, von ihnen.
Die Beeren enthalten nach Scheel's Untersuchung Äpfelsäure. Man bereitet aus ihnen ein Muß, Roob Sambuci, welches als schweißtreibendes Mittel bekannt ist.
Die Samen geben, wenn sie zerstoßen und gepreßt werden, ein dickliches Öhl, Oleum Sambuci, von schmutzig grüner Farbe und wenig auffallendem Geruche."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Vierter Band. 1816.)