"[II.185. - Hirtentäschlein] - Capsella bursa pastoris (Cruciferae) - Hirtentäschlein
Thlaspi [Einige nennen es Thlaspidion, Andere persischen Senf, wilden Senf,
auch Myites, Myopteron, Dasmophon, Bitron, die Aegypter Suitempson, die
Römer Scandulacium, auch Capsella und Pes gallinaceus] ist ein Pflänzchen
mit schmalen, fingerlangen, zur Erde geneigten, an der Spitze gespaltenen,
fettigglänzenden Blättern. Es hat einen zwei Spannen hohen zarten Stengel
mit wenigen Nebenzweigen, und um den ganzen Stengel stehen die an der
Spitze etwas verbreiterten Früchte, in denen die kressenähnlichen, scheibenförmigen, gleichsam zusammengedrückten Samen sitzen, daher hat es auch
den Namen erhalten; die Blüthe ist gelblich. Es wächst an Wegen, Mauern
und Zäunen. Der Same ist scharf, erwärmend er führt die Galle nach oben
und unten ab, wenn ein Essignäpfchen voll davon genommen wird. Er wird
auch bei Ischiasschmerzen im Klystier angewandt. Genossen führt er auch
das Blut ab und öffnet die innerlichen Abscesse. Er befördert die Katamenien
und tödtet die Leibesfrucht. Krateuas berichtet von einem anderen Thlaspi,
welches Einige persischen Send nennen, mit breiten Blättern und grosser
Wurzel. Auch dieses wird dem Klystier gegen Ischias zugesetzt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)