Mohrenhirse, Sorgho, Sorghum, Gattung der Süßgräser mit ca. 20 in den Tropen und Subtropen heimischen, 1- oder mehrjährigen Arten. Von größter Bedeutung sind die Sorghum-Hirsen, die, vermutlich aus Südafrika stammend, bereits seit Jahrtausenden kultiviert werden. Es sind bis zu 7 m hohe Gräser mit kräftigem, markgefülltem Stengel und langen, maisähnlichen Blättern. Aus den endständigen, bis zu 60 cm langen, rispigen, aus zahlreichen Ährchen zusammengesetzten Blütenständen entwickeln sich lockere bis kompakte Fruchtstände mit zahlreichen, von Hüllspelzen umschlossenen Körnern.
Mohrenhirsen zeichnen sich aus durch besondere Trockenresistenz und zählen in den Tropen und Subtropen zu den wichtigsten Getreiden. Die rund 70% Stärke enthaltenden Körner dienen der menschlichen Ernährung (gekocht oder gemahlen und zu Brei bzw. Fladenbrot verarbeitet) oder als Viehfutter; ganze Pflanzen liefern ein wertvolles Grünfutter.
Hauptanbaugebiete von Sorghum sind das tropische Afrika, Indien und China, aber auch der Süden der USA, wo vor allem moderne, ertragreiche Hybridsorten, wie Milocorn, zum Einsatz kommen. Häufig sind alle in Kultur befindlichen, äußerst vielgestaltigen, jedoch schwer gegeneinander abzugrenzenden und leicht miteinander kreuzbaren Sorghum-Hirsen in einer einzigen Sammelart, Sorghum bicolor (syn. Sorghum vulgare) zusammengefaßt. Andererseits werden charakteristische Formen dieser umfangreichen Gruppe oft auch als eigenständige Arten definiert.