"Hymenaea candolliana (Hymenaea courbaril)
"Diese Art wurde von den so berühmten Reisenden Humboldt und Bonpland, welche den
Naturwissenschaften so viel Bereicherung brachten, in Mexico bey Acapulco entdeckt, und erschien
dann in der Beschreibung von Kuntli mit dem von de Candolle entlehnten specifischen Namen
geschmückt, als Hymenaea Candolliana , so, dass bey ihr vier Namen von so bedeutenden Naturforschern
in Betracht kommen, wodurch sie sich bey ihrem Hervortreten unter allen übrigen der
neuen Arten auszeichnet.
Auch diese Art hat in ihrem Innern ebenfalls sehr viele Harzbehälter, weshalb man nicht zweifeln
darf, dass sie, wie die übrigen Arten der Gattung, ein Harz geben kann, welches sich zu den
so verschiedenen Sorten des westindischen Copals rechnen lässt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea confertiflora (Hymenaea courbaril)
"Das hier abgebildete Exemplar von der Hymenaea confertifolia ist in einem Zustande gesammelt, wo sich die Blumen nicht hur noch nicht entfaltet, sondern auch
noch nicht völlig entwickelt haben, daher auch noch das Hervortreten von jungen Btättern, die anfangs
fast rosenroth sind, nach und nach dann aber von oben nach unten grün werden; eine Erscheinung,
die in der brasilischen Flor nicht sehr selten seyn soll. Durch die dichtstehenden Blätter zeichnet
sich diese Art sehr von den übrigen aus. In der Abbildung sind nicht einmal alle Nebenzweige ausgeführt,
und dennoch erscheinen die Blätter schon vielmehr dichtstehend, als bei den übrigen Arten.
Die Hymenaea confertifolia liefert ebenfalls ein Harz, welches zu dem gehört, das als westindischer
Copal in den Handel kommt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea courbaril
"Die Hymenaea Courbaril ist die erste der entdeckten Arten der Gattung, und wurde durch
Piso und Marcgrav, den Entdeckern derselben, im Jahre 1648 bekannt, und zwar unter dem brasilischen
Namen Jetaiba. ... Über
den Namen Hymenaea mehreres in der durchlaufenden Anmerkung, so wie auch über die irrige Meinung,
dass von dieser zuerst entdeckten Art das Harz komme, welches bey uns in dem Arzneyvorrath
als Anime bekannt ist, da doch von ihr, so wie von den übrigen Arten der Gattung, der westindische
Copal gesammelt wird.
Wegen des Schattens, welchen der weil sich ausbreitende Wipfel der Hymenaea Courbaril
giebt, soll sie in einigen Gegenden Americas häufig augebauet werden. Auch benutzt man das Holz
zu Balken, Achsen und Walzen, so wie man auch die Wurzel der Quere nach zu Scheiben zerschneidet,
welche man zu Tischblättern gebraucht."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea martiana
"Die Hymenaea Martiana , so wie mehrere der hier beschriebenen Arten, wurde auf der, durch
so große Ausbeute bekannten Reise der beiden berühmten Naturforscher Spix und Martius in Brasilien
entdeckt , und ich erhielt sie von letztern unter dem Namen Hymenaea copalifera. Jedoch,
da von demselben gerade der Irrthum aufgedeckt wurde, nach welchem man meinte, dass die Hymenaea
Courbaril Anime gebe, da hingegen von ihr und den übrigen Arten Copal gesammelt wird,
und da jener Art gerade in dieser Hinsicht Erwähnung geschieht,
so habe ich mir — da alle Copal geben — bey ihr einer Umtaufe erlaubt, und sie mit dem Namen
ihres Entdeckers bezeichnet. Ihr Harz ist nach den Erfahrungen von Martius etwas gelber als das
der Hymenaea stilbocarpa."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea olfersiana (Hymenaea stigonocarpa)
"Diese Art stammt ebenfalls, so wie die meisten, aus Brasilien, wo Olfers und Seilow so
viele Gewächse entdeckten, und daher habe ich sie mit dem Namen des erstem bezeichnet. Sie
ist in dem Zustande gesammelt, wo sie erst anfängt ihre Blumen zu entwickeln, die aber noch so
weit zurück sind, dass man nur erst die von zwey gegenüberstehenden Nebenblättern bedeckten
Knospen sieht, von denen jede einige kleine Doldentrauben enthält. Bey der völligen Entfaltung
ihrer Blumen muss sie in einem prachtvollen Blüthenstande erscheinen, und in dieser Hinsicht alle
übrigen Arten der Gattung übertreffen. Sie muss sehr reichhaltig an Harze seyn; denn selbst schon
in den jüngern Ästchen findet sich eine reichliche Ablagerung desselben, so, dass die junge Rinde
ganz höckrig durch die angefüllten Harzbehälter erscheint."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea sellowiana (Hymenaea martiana)
"Von der Hymenaea Sellowiana , welche Martius und auch Olfers und Sellow gleichzeitig
in Brasilien entdeckten, erhielt ich durch die Gefälligkeit des erstem einen Zweig mit Blättern
und auch eine Frucht, die aber den Inhalt verloren hatte; und von Sellow waren hier mit
einer Sendung für das hiesige brasilische Herbarium Zweige mit Blumen eingegangen, so, dass ich
eine ziemlich vollständige Kenntniss von dem Gewächs erhalten konnte, welche ich hier durch Abbildung
und Beschreibung so getreu als möglich wiederzugeben mich bemühet habe. Den specifischen
Namen dieser neuen Art habe ich von dem einen ihrer Entdecker hergenommen, der nun schon seit
vielen Jahren jene Gegenden des südlichen Americas mit so ausdauerndem Eifer durchsucht und mit vieler
Umsicht sehr vollständig sammelt, so, dass in unsern Sammlungen der Name Sellow, als Einsender und Entdecker nicht selten vorkommt.
Auch diese Art muss sehr reichhaltig an Harze
seyn ; denn aus einer sehr kleinen Verletzung an der Frucht fand ich eine Menge von jenem Harze,
welches wir Deutschen Copal nennen, hervorgetreten."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea stigonocarpa
"Die Hymenaea stigonocarpa wurde, so wie mehrere neue Arten dieser Gattung von den berühmten
bayerschen Reisenden, Spix nnd Martius, entdeckt, und zwar in den Wäldern der Provinz
Piauhy. So wie andre brasilische Hymenaeen, liefert auch diese ein Harz, welches zu den verschiedenen
Sorten des westindischen Copals gehört."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Hymenaea stilbocarpa (Hymenaea courbaril)
"Von dieser Art, die zu einem sehr ansehnlichen Baume heran wächst, wird ebenfalls das Harz, welches
die Engländer und Portugiesen Anime nennen, bey uns aber als westindischer Copal vorkommt,
gesammelt. Unter der Wurzel alter Bäume findet, man blassgelbe, runde Kuchen, die bisweilen
sechs bis acht Pfund schwer sind."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Trachylobium gaertnerianum (Hymenaea verrucosa)
"Das Trachylobium Gärtnerianum hat nicht nur sehr viel Ähnlichkeit mit dem Hornemannianum,
bey dessen Beschreibung aber das Unterscheidende schon angegeben ist, sondern auch mit dem
Tamarctianum , bey dem die Merkmale zur Unterscheidung noch besonders angeführt werden
müssen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Trachylobium hornemannianum (Hymenaea verrucosa)
"Diese, von meinem so gefälligen Freunde, dem Professor Hornemann erhaltene Art, habe ich
mit dem Namen dieses Freundes bezeichnet. Durch die bey ihr schon hervortretende Bildung zur
Frucht zeigt sich sehr deutlich, dass sie eine der Arten ist, die alle als Hymenaea verrucosa vorgekommen
sind. Ganz unverkennbar sind hier schon die warzenartigen Hervorragungen und Tüpfel,
wodurch die künftige Frucht rauh erscheint. ...
Gewächse, die sich so ähnlich sind, dass man sie für eine und dieselbe Art gehalten hat, wie
es hier bey diesen vier Arten der Gattung Trachylobium der Fall ist, werden sehr wahrscheinlich
auch in Hinsicht der Säfte, die sie ausschwitzen, nicht sehr von einander abweichen, weshalb denn
auch wohl von allen Copal gewonnen werden kann."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)
"Trachylobium martianum (Hymenaea martiana)
"Das Trachylobium Martianum ist eines der Gewächse, von welchen, wie mein so gefälliger
Freund, der Hofrath v. Martius, die Güte hatte mir mitzutheilen , ein Harz gesammelt wird, welches
unter dem Namen des brasilischen Copals bekannt ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)