"[I.124, - Lawsonia] - Lawsonia alba (Lythraceae) - Hennastrauch, weisse Lawsonie
Der Kypros ist ein Baum, welcher um die Zweige Blätter hat wie der Ölbaum, aber breiter, weicher und grüner, weiße, traubenförmige, wohlriechende Blühen, einen schwarzen Samen, ähnlich dem des Holunders, der beste wächst in Askalon und Kanope. Die Blätter haben zusammenziehende Kraft, daher heilen sie gekaut Mundausschlag (Soor), als Umschlag helfen sie sowohl bei sonstigen feurigen Geschwülsten als auch bei Karbunkeln. Die Abkochung derselben ist eine Bähung bei Verbrennungen mit Feuer. Die fein gestoßenen Blätter mit Seifenkrautsaft gekocht und eingerieben färben die Haare gelb. Die Blüte, mit Essig fein gerieben und auf die Stirn gelegt, lindert Kopfschmerzen. Die aus derselben bereitete Kyprossalbe ist erwärmend und die Sehnen erweichend, wohlriechend, ein Zusatz zu erhitzenden Mischungen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.65. - Die Verdichtung und Bereitung des (Lawsonien-) Hennasalböls] - Lawsonia alba (Lythraceae) - Hennastrauch
Ein Teil gereinigtes Öl von unreifen Oliven, anderthalb Teile Regenwasser; dieses gieße teils zum Öl, teils verrühre es mit den hineinzuwerfenden Gewürzen. Dann nimm 5 ½ Pfund Aspalathos, 6 ½ Pfund Kalmus, 1 Pfund Myrrhe, 3 Pfund 9 Unzen Kardamom und 9 Pfund 5 Unzen Öl. Den Aspalathos stoße, lege und macerire ihn in Wasser und koche ihn mit dem Öl bis zum Aufschäumen. Die Myrrhe zerlasse in altem gewürztem Wein, den zerschnittenen Kalmus rühre mit der Myrrhe zusammen und, nachdem du den Aspalathos herausgenommen hast, wirf das Kalmusgemisch hinein. Wenn es mit diesem kocht, nimm es ab und seihe vorsichtig das Öl aus dem Kessel ab, gieße es zum gestoßenen und mit dem übrigen Wasser angehobenen Kardamom und rühre mit einem Spatel um, ohne Aufhören, bis es erkaltet ist. Dann colire das Öl ab, wirf in die 28 Pfund Öl 46 Pfund 8 Unzen Lawsonyenblüte, lass einwirken und presse es im Presskorb aus. Wenn du aber mehr wünschest, so gib von den frischen Blühen die gleiche Menge zu und presse in derselben Weise aus, auch wenn du eine zweite und dritte Maceration machen willst; denn es wird kräftiger. Man muss aber das wirksame wählen und das, welches durchdringend wohlriechend ist. Einige mischen auch Zimmt zu. Es hat erwärmende, erweichende und die Gefäße eröffnende Kraft, ist ein gutes Mittel gegen Gebärmutter-und Nervenleiden, wie auch gegen Lungenleiden und Brüche, sowohl für sich allein als auch mit Wachssalbe gemischt. Es wird auch Salben zugemischt, welche für die angezeigt sind, welche an Opisthotonie und Atemnot und an Entzündung der Leistendrüsen leiden, ebenso den kräftigenden Salben."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)