"Montibus et silvis pratis et vallibus imis
Betonicae pretiosa licet collectio cunctis
Paene locis superet passim, tamen hanc quoque noster
Hortus habet cultaque docet mansuescere terra.
Haec tantum meruit generali nomine laudis,
Ut si quid mea Musa velit supperaddere , tandem
Mole operis devicta sui iam sentiat, illa
Utilitate minus quiequid deprompserit esse.
Hanc viridem si forte tuos coneris in usus
Carpere, siccatamve hiemi deponere pigrae,
Turbida sive tuas oblectant pocula fauces,
Seu potius longo tibi defaccata labore
Dona placent, huius virtus mirabilis berbae
Omnia sufficiet, quam quosdam pendere tanti
Novimus ut contra, totum si iniuria corpus
Impetit interius, muniri viribus eius
Sese posse rati, soleant haurire diebus
Continuis hoc acre genus medicaminis almi.
Praeterea caput infesto si vulnere fractum
Tabucrit, tum erebra premens imponito sacrae
Tegmina Betonicae , statim mirabere vires
Illius, in solidum fuerit dum clausa cicatrix."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)

"Mag auch in Bergen und Wäldern, in Wiesen und Talgründen ringsum,
Aller Orten beinah, der Betonie köstliche Fülle
Häufig wildwachsend stehn, so besitzt doch auch sie unser Garten,
Und im bebauten Land gewöhnt er sie, sittsam zu werden.
So viel Lob hat sie schon aus aller Munde geerntet,
Daß meine Muse, wenn sie noch weiteres beifügen wollte,
Alsbald, in eitlem Bemühen versagend, erkennte, es bleibe,
Was sie auch vorbringen könnte, doch alles ganz ohne Nutzen.
Wenn du es wohl unternimmst, sie zu pflücken und grün zu verwenden,
Oder getrocknet dem schleichenden Winter sie aufzubewahren,
Ob nun die Becher schäumenden Mosts deine Kehle erfreuen,
Oder dir eher geduldig geklärte Gaben gefallen, -
Allem wird die erstaunliche Kraft dieses Krautes entsprechen.
So außerordentlich hoch, wir wissen es, schätzen sie manche,
Daß sie glauben, durch ihre Heilskraft sich schützen zu können
Gegen jegliche Not, die den Körper innerlich angreift.
Ununterbrochen pflegen deshalb sie täglich zu trinken
Diese kräftige Sorte des heilsamen Medikamentes.
Außerdem, wenn dein Kopf von feindlicher Wunde getroffen
Leidet und krankt, dann lege die heilige Pflanze, zerrieben,
Fleißig als Umschlag dir auf, und alsogleich wirst du bewundern
Ihre heilende Macht, denn fest wird die Wunde sich schließen."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)