Heckenkirsche, Geißblatt, Lonicera, mit ca. 120 Arten über die gemäßigten Regionen verbreitete Gattung der Geißblattgewächse. Aufrechte oder windende Sträucher mit gegenständigen, ungeteilten, an den Sproßspitzen zuweilen paarig verwachsenen Laubblättern und meist mehr oder weniger zygomorphen Blüten. Letztere besitzen eine 4zipflige Ober- sowie 1zipflige Unterlippe und stehen paarweise in den Blattachseln oder zu mehreren in Quirlen oder Köpfchen angeordnet an den Sproßenden. Einige von ihnen sind sog. Schwärmerblumen (Schmetterlingsblütigkeit), deren Nektar nur von Insekten mit besonders langen Rüsseln erreicht werden kann. Die Frucht der Heckenkirsche ist eine Beere oder, durch Verwachsen der Fruchtknoten zweier benachbarter Blüten, eine Doppelbeere.
In Mitteleuropa heimische, aufrecht wachsende Arten sind: die Gemeine oder Rote Heckenkirsche, Lonicera xylosteum (in Gebüschen sowie krautreichen Laub- und Mischwäldern), mit weißlichen Blüten und glänzend roten Beeren, die Schwarze Heckenkirsche, Lonicera nigra (in krautreichen Bergmischwäldern), und die Blaue Heckenkirsche, Lonicera coerulea (in Fichten- und Hochmoor-Kiefernwäldern), mit rötlich- bzw. gelblichweißen Blüten und schwarzen, bläulich bereiften Beeren.
Als Schlingstrauch (Lianen) wächst das Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) mit gelblichweißen Blüten und dunkelroten Beeren.
Ähnlich ist das wahrscheinlich aus dem nördlichen Mittelmeerraum stammende, bei uns jedoch seit Jahrhunderten kultivierte und oft verwilderte Wohlriechende Geißblatt (Jelängerjelieber), Lonicera caprifolium.
Weitere, als windende Ziersträucher kultivierte Arten sind: das weiß blühende Japanische Geißblatt, Lonicera japonica (aus Japan, Korea und China), das meist rot blühende Tatarische Geißblatt, Lonicera tatarica (aus Zentralasien) und das orange-rot blühende Trompeten-Geißblatt, Lonicera sempervirens (aus dem östlichen Nordamerika).