"[IV.14. - Periklymenon] - Lonicera etrusca (Caprifoliaceae) - Etrurisches Geissblatt, Lonicera periclymenon, Lonicera caprifolium
Das Periklymenon - Einige nennen es Aigine, Andere Klymenon, Karpathon, Splenion, Hepatitis, grosse Winde, Klematitis, Myrte, Kalykanthemon [die Propheten der Venus Grauhaar, die Aegypter Turkon, die Römer Volucrum majus, die Afrikaner Lanath]. Es ist ein einfacher kleiner Strauch, um den in Abständen die weisslichen epheuartigen Blättchen gestellt sind, und neben den Blättern sind Auswüchse, über denen die weisse, bohnenähnliche, dem Blatt gleichsam anliegende Blüthe hervorkommt wie auch die epheuähnliche, rundliche, harte und schwer abzubrechende Frucht. Es hat eine dicke runde Wurzel, wächst auf Aeckern und in Hecken und windet sich um benachbarte Sträucher. Seine Frucht wird bei der Reife gesammelt und im Schatten getrocknet; 1 Drachme davon mit Wein vierzig Tage hindurch getrunken erweicht die Milz, hebt die Erschlaffung, hilft bei Orthopnoe und Schlucken. Sie treibt den Harn, der vom sechsten Tage an blutig ist. Ferner beschleunigt sie die Geburt. Dieselbe Kraft haben die Blätter, zweiunddreissig Tage hindurch getrunken; sie sollen auch bei den Männern Impotenz bewirken. Mit Oel als Salbe lindern sie bei Wechselfieber die Frostschauer."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[II.194. - Der andere Kyklaminos] - Lonicera Periclymenum (Caprifoliaceae) - Windendes Geissblatt
Der andere KyklaminosLonicera Pericly menum (Caprifoliaceae) - Windendes GeissblattDer andere Kyklaminos, welchen Einige Kissanthemon oder Kissophyllon nennen, hat Blätter wie der Epheu, aber kleiner, dicke, knotige Stengel, welche die benachbarten Bäume in Windungen umschlingen. Die Blüten sind weiß, wohlriechend; die Frucht ist ähnlich der des Epheu, weich, sie schmeckt herb und ist klebrig. Die Wurzel ist unbrauchbar. Er wächst an rauen Stellen. Die Frucht davon zu 1 Drachme mit 2 Bechern Weißwein vierzig Tage lang getrunken erweicht die Milz, indem sie dieselbe durch den Urin und Stuhlgang verkleinert. Sie wird auch gegen Orthopnöe genommen und reinigt die Wöchnerinnen nach der Geburt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)