"[III.12. - Weiße Akantha] - Cnicus ferox (Compositae) - Hohe Bergdistel
Die weiße Akantha [Einige nennen sie wilde Artischocke, Andere Donakitis, Erysiskeptron, die Römer Spina alba aut regia (weiße oder königliche Dornstaude), auch Carduus rhamptaria] wächst in bergigen und waldigen Gegenden, hat Blätter ähnlich denen des weißen Chamaileon, aber schmaler und weißer, etwas rauh, dornig, einen Stengel über zwei Ellen hoch, daumendick und auch dicker, weißlich, inwendig hohl. An seiner Spitze befindet sich ein stacheliger, dem Seeigel ähnlicher Kopf aber kleiner und länglich. Die Blüte ist purpurfarben, der Same darin wie der des Saflors, aber runder Ihre Wurzel, getrunken, ist bei Blutspeien, Magen- und Leibschmerzen wirksam, sie treibt den Urin und wird auch bei Ödemen als Umschlag gebraucht. Ihre Abkochung lindert als Mundspülwasser Zahnschmerzen, der Same aber hilft getrunken bei Krämpfen der Kinder und bei Schlangenbissen. Man sagt auch, daß er als Amulett umgebunden wilde Tiere verscheuche."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)