Ononis spinosa
"Von den drey hier beschriebenen Arten der Gattung Ononis ist es die Ononis spinosa , von welcher ehedem die Wurzel und das Kraut unter dem Namen Radix et Herba Ononidis s. Restae Bovis, dem Arzneyvorrath einverleibt wurden. Die Wurzel besitzt einen schleimigsüßlichen, etwas bittern und widerlichen Geschmack und ist geruchlos. Man hat sie vorzüglich zur Beförderung der Secrection der Nieren benutzt und man rechnete sie im Allgemeinen zu den eröffnenden Mitteln. Die Rinde der Wurzel soll der wirksamste Mittel derselben seyn, wie dies wohl bey allen holzigen Wurzeln der Fall ist. ... Die Wirkung dieser Wurzel auf die Harnwerkzeuge ist durch mehrere Beobachtungen bestätigt genug; schon Galen, Dioscorides und Matthiolus erwähnen ihrer und ihrer heilsamen Folgen bey Blasensteinen und Fleischbrüchen. Auch sind diese Wirkungen durch neuere Schriftsteller, durch Bergius, Plenk, Schneider und Meyer, bestätigt worden so wie auch letzterer bey Drüsenverstopfungen und daher entstandener Atrophie und Kachexie der Kinder vortreffliche Wirkungen sah.
Man wendet sie im Absude an, wo man ein Loth auf ein Pfund Wasser für den täglichen Verbrauch rechnet; oder man siebt sie in Pulverform zu einer halben bis ganzen Drachme. In Verbindung mit der Solidago Virgaurea hat Muhrhard diese Wurzel gegen den Nierenstein besonders wirksam gefunden. Er ließ täglich von einer halben Unze und eben so viel Summitates Solidaginis Virgaureae einen Aufguss mit vier Tassen kochenden Wassers bereitet, als Thee trinken."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)