"[I.9. - Haselwurz] - Asarum europaeum (Aristolochiaceae) - Gemeine Haselwurz
Die Haselwurz, welche Einige auch wilde Narde nennen [die Propheten Blut
des Mara, Osthanes Thesa, die Aegypter Kereeran, die Römer Peripresa, Andere
auch Bakchar, die Thusker Succinum, Bauernnarde], [eine wohlriechende Kranz-
pflanze], hat Blätter ähnlich dem Epheu, aber viel kleiner und runder.
Die Blüthen zwischen den Blättern dicht über der Wurzel sind purpurfarben, denen des Bilsenkrauts oder der Grantablüthe ähnlich, der Same
gleicht den Weinbeerenkernen. Die Wurzeln darunter sind zahlreich,
gliederig, schräg wie bei Agrostis, aber viel dünner und wohlriechend,
erwärmend, auf der Zunge beissend. Ihre Kraft ist harntreibend, erwärmend und Brechen erregend, ein gutes Mittel für Wassersüchtige und
solcher die an chronischer Ischias leiden; sie befördern auch die monatliche Reinigung. Mit Honigwasser (Honigmeth) in einer Gabe von
6 Drachmen getrunken führen sie ab, wie weisse Nieswurz. Sie werden
auch den wohlriechenden Salben zugemischt. Sie (die Haselwurz) wächst
an schattigen Bergen, am meisten in Pontus und Phrygien, in Illyrien und
bei den Vestinern in Italien.
"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.68. - Aronswein]
Haselwurzwein. 3 Unzen Haselwurz gib auf gleiche Weise zu 12 Kotylen Most. Er ist harntreibend undein gutes Mittel bei Wassersucht, Gelbsucht, Leberleiden und Ischias.
"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)