Hasel, Corylus, Gattung der Birkengewächse mit ca. 15 Arten in Europa und Vorderasien. Windblütige, einhäusige Sträucher (selten Bäume), die ihre Blütenstände bereits im Vorjahr ausbilden (Anemogamie). Die karpellaten Blüten in Gestalt von Knospen mit heraushängenden roten fädigen Narben und die staminaten hängenden Kätzchen blühen vor Laubausbruch. Sie sind eine wichtige Bienenweide.
Die Befruchtung erfolgt erst im Mai, etwa 2 Monate nach der Bestäubung; die Frucht ist eine Nuß (Haselnuß), die z.B. beim Haselstrauch (Corylus avellana) durch den Eichel-Häher ausgebreitet wird (Synzoochorie).
Der Haselstrauch ist ein 4–5 m hoher Strauch, besonders in Niederwäldern, an Waldrändern, im Unterwuchs von Mischwäldern und auf Steinriegeln bis in ca. 1400 m Höhe. Durch Bildung von Wurzelbrut kann er sich nach Verletzung des Wurzelsystems auch vegetativ ausbreiten. Außerdem besitzt er eine gute Stockausschlagfähigkeit (Xylopodium). In der früheren Wärmezeit (Haselzeit, Boreal) war der Haselstrauch weiter nach Norden und etwa 200 m höher in den Gebirgen verbreitet. Das rötlich-weiße, biegsame Holz (Dichte 0,63 g/cm3) wird in der Drechslerei und für Zeichenkohle verwendet; die Haselruten (Haselgerten) liefern Flechtmaterial.
Angebaut werden: Corylus avellana wegen der Haselnüsse mit ihrem charakteristischen Fruchtbecher aus zerfransten Hochblättern; die frostempfindliche Lambertsnuß (Corylus maxima), ein südeuropäischer Strauch (3–5 m) mit ca. 3 cm länglich-eiförmigen Nüssen in röhrig-glockigem Fruchtbecher (wurde etwa im 16. Jahrhundert aus der Lombardei eingeführt) und die südosteuropäische Baum-Hasel (Corylus colurna), ein bis 25 m hoher, winterharter Baum, der für Straßenbepflanzungen geeignet ist und ein wertvolles Möbelholz liefert.
Aus den Haselnüssen wird das mandelölähnliche Haselnußöl für Gebäck und Kosmetika gewonnen. Hauptanbaugebiete sind Italien, Spanien und die Küstenstreifen des Schwarzen Meeres. Haselnußsträucher gibt es auch in verschiedenen Zierformen.