Synonyme: Cannabis americana, C. chinensis, C. erratica, C. foetens, C. generalis, C. gigantea, C. indica, C. intersita, C. lupulus, C. macrosperma;
Bästling, Indischer Hanf, Femel, Fimel, Henne, Mäsch, Mastel, Samenhanf
Historisches: Die erste schriftliche Erwähnung findet der Hanf in einem Arzneibuch 2700 v.Chr. zur Zeit des chinesischen Kaisers Shen-Nungs. Dort wird die Droge (Cannabisharz) als Heilmittel bei Beriberi, Verstopfung, Frauenkrankheiten, Gicht, Malaria, Rheuma und Geisteskrankheiten empfohlen. Auch die psychotropen Wirkungen wurden erwähnt. In China und Indien gehörte die Droge zum normalen Arzneischatz und wird in der Volksheilkunde bis heute entsprechend den typischen Indikationen, u.a. nervöse Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Erbrechen und Husten, verwendet. Herodot erwähnt die Droge ebenfalls, Bedeutung hatte sie aber im Abendland bis zu Paracelsus fast ausschließlich als Faserpflanze bzw. als Lieferant der ölreichen Samen. Die Nutzung als Heilmittel mit euphorisierender Wirkung beginnt in Europa erst im 19. Jh., so z.B. bei Schlaflosigkeit, Neuralgien, Rheumatismus, schmerzhaften Magen- und Darmerkrankungen, Tetanus, Cholera und Asthma. Der Extrakt der Triebspitzen diente als Sedativum und leichtes Schlafmittel. Bedingt durch die Einstufung als nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel besitzt die Droge heute keine praktische Bedeutung (Ausnahme: Hanffrüchte).
Drogen: 1. Cannabis indicae herba (syn. Herba Cannabis indicae, Summitates Cannabis); Indischer Hanf (syn. Haschisch, Haschischkraut, Kif, Kief, Kiffi, Ganja, Marihuana, Rauschhanf), die getrockneten blühenden oder mit Früchten versehenen Zweigspitzen der weiblichen Pflanzen.
Inhaltstoffe: Cannabinoide (mehr als 60 Verbindungen, u.a. Δ9-Tetrahydrocannabinol/THC und Derivate) vgl. Formel, äther. Öl, Phenole (u.a. Spiroindane, Dihydrostilbene), Harze und Flavonoide.
Wirkung: psychotrope Wirkungen (Rauschdrogen) mit psychischer Abhängigkeit, antiemetische, antikonvulsive und analgetische Effekte. Die Droge senkt die Körpertemperatur, sie wirkt antiasthmatisch und appetitanregend und senkt den Augeninnendruck (antiglaukomatös).
2. Cannabis sativae fructus (syn. Fructus Cannabis, Semen Cannabis); Hanffrüchte (syn. Hanfkörner, Hanfsamen), die reifen Früchte (Nüßchen).
Inhaltstoffe: fettes Öl (20-35 %, u.a. mit Linol-, Linolen- und Ölsäure), Proteine (ca. 25 %), Cholin, Trigonellin, Isoleucin.