Synonyme: Avena cinerea, A. dispermis, A. fatua, A. flava, A. orientalis;
Biwen, Gemeiner Hafer, Habern, Hauwe, Rispenhafer, Saathafer
Historisches: Avena ist der Name des Kulturhafers bei den Römern. Obwohl die Etymologie nicht ganz sicher ist, leitet sich die Bezeichnung vermutlich von sanskritischen avi = Schaf ab, somit als Schafgras bezeichnet. Nach Grimm hat sich der Name des Hafers in fast allen europäischen Sprachen mit dem des Bockes berührt und wurde als Futter des Ziegenbockes bezeichnet. In Deutschland war der Hafer früher ein Hauptnahrungsmittel und wurde im 16. Jh. auch zur Bierbrauerei verwendet.
Drogen: 1. Avenae fructus; Haferfrüchte, die reifen, getrockneten von Deck- und Vorspelzen umgebenen Früchte.
Inhaltstoffe: Kohlenhydrate, u.a. Stärke (50-60 %), Haferstärke; lösliche Polysaccharide, die aus β-Glucanen sowie aus Arabinoxylanen und Lichenin bestehen. Eiweiß (7-23 %), aus Gliadin, Avenin und Avenalin bestehend, ferner Sterole, u.a. β-Sitosterol sowie Steroidsaponine, u.a. Avenacosid und Avenosid (Abb.).
2. Avenae fructus excorticatus (syn. Fructus Avenae decorticatus, Fructus Avenae excorticatus); Haferfrucht, entspelzt (syn. Entspelzte Haferfrucht, Rollhafer).
Inhaltstoffe: s. Avenae fructus.
3. Avenae herba (syn. Herba Avenae, Herba Avenae sativae); Haferkraut (syn. Saathaferkraut), die grünen, kurz vor der Vollblüte geernteten, schnell getrockneten oberirdischen Teile.
Inhaltstoffe: Kohlenhydrate, u.a. β-Glucane, Kestose und Neokestose, Steroidsaponine, u.a. Avenacoside A und B, Flavonglykoside und Mineralstoffe, u.a. Kieselsäure.
4. Avenae stramentum (syn. Stramentum Avenae); Haferstroh, die getrockneten, gedroschenen Laubblätter und Stengel von A. sativa.
Inhaltstoffe: s. Avenae herba.