"Habern würdt auff Griechisch Bromus / unnd zu Latein Avena geheyssen.
Der Habern ist mit graß / helm und knöpffen dem Weytzen gleich. Die ähern schlieffen auch auß den graßechten scheyden / thun sich außeinander. Der spitzig sam hangt ledig / zwüschen auffgethanen flügeln der ähern / ye zwey körnlin neben einander außgebreyt unnd zerspalten / anzusehen wie die Hewschrecken. Die wurtzel ist vilfeltig außgebreyt.
Der Habern würt allenthalben im Teütschen land gebawet / zum futer der pferd mehr dann zu der speiß des menschen.
Habern würdt gegen dem Lentzen im end des Hornungs und anfang des Mertzens gesäet / und im Augstmonat jngesamlet.
Der Habern als ein artzney / wie das Galenus klärlich anzeygt / ist kalter natur. Aber als ein speiß ist er warmer complexion. Trücknet auß in beyderley weiß betrachtet.
Habern ist gut überzulegen / gleicherweiß wie die Gerst. Habernbrey wol bereyt unnd gesotten / stopfft den stulgang. Die brüe von gesotten Habern gesupfft / ist gut denen so stäts husten. Habermeel mit essig vermischt / vertreibt die masen. In summa / Habern als ein artzney hat gleiche würckung mit der Gersten / dann er trücknet / zerteylt oder verzeert mittelmässig / unnd zeücht auch ettlicher maß zusamen."
(Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543)