"[II.208. - Argemone] - Adonis autumnalis (Ranunculaceae) - Herbst-Adonis oder Papaver argemone
Die Argemone [Einige nennen sie Oinone, Andere Anthemis, Homonoia, Anthos pedinon, die Römer Libornia, auch Concordialis, Pergalia, die Gallier Korna] ist ganz dem wilden Mohn ähnlich; aber sie hat ein Blatt wie die Anemone, zerteilt, eine purpurrote Blüte, ein Köpfchen ähnlich der Klatschrose, aber länglicher und an den oberen Teilen glatter, und eine runde Wurzel. Sie scheidet einen safranfarbigen scharfen Saft aus, vertreibt weiße Flecken und Nebel auf den Augen. Die Blätter als Umschlag lindern Entzündungen.[Der Rhizotom Krateuas sagt über dieselbe: Diese Pflanze verheilt zerstoßen mit Fett Skrofeln; sie wirkt auch gegen weiße Flecken, wenn sie trocken gestoßen und gesiebt ist, mit Natron und rohem Schwefel; sie heilt aber diejenigen, welche sie im Bade anwenden, wenn sie vorher eine trockene Abreibung gemacht haben. Auch gegen Krätze ist sie wirksam.][Die andere Argemone Die andere Argemone – Einige nennen sie Artemone, Andere Arsela, Sarkokolla, die Römer Artemonia, auch diese gleicht in der Blüte dem wilden Mohn. Selbige aber grün fein zerstoßen und aufgelegt, hat die Kraft, Wunden zu heilen und Augenentzündungen zu lindern. Mit Wasser getrunken hilft sie bei Dysenterie, sie verklebt Wunden und ist bei Geschwülsten von guter Wirkung. In gleicher Weise ist sie heilsam als Umschlag bei Krämpfen und Muskelzuckungen. Mit Wein getrunken hilft sie auch den von giftigen Tieren Gebissenen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)