Habichtskraut, Hieracium, auf der nördlichen Hemisphäre und in den Anden verbreitete Gattung der Korbblütler mit rund 800 Sammelarten. Der auf Apomixis beruhende, fast unüberschaubare Formenreichtum des Habichtskrauts hat zu seiner Unterteilung in Tausende von meist nur begrenzt verbreiteten Kleinarten geführt. Habichtskräuter sind ausdauernde, milchsaftführende Kräuter mit Rhizomen, einfachen bis sehr verzweigten, meist mehr oder minder beblätterten Stengeln und einzeln oder in rispigen bis doldigen Gesamtblütenständen stehenden Blütenköpfen. Die oft auch zu einer grundständigen Rosette angeordneten Blätter sind lineal bis herzförmig, meist ganzrandig, gesägt oder gezähnt und besitzen bisweilen eine dunkelgefleckte Ober- und eine durch stärkere Behaarung meist hellere Unterseite. Die in sehr kleinen bis großen, kugeligen bis zylindrischen Köpfchen stehenden Blüten sind überwiegend gelb (weißlich gelb bis gelborange), seltener orange oder purpurn gefärbt. An der Basis sind sie röhrig, zur 5zähnigen Spitze hin meist zungenförmig ausgebildet. Die Früchte (Achänen) besitzen einen zerbrechlichen Pappus. Der vegetativen Ausbreitung dienen unter- wie oberirdisch wachsende Ausläufer (bei Hieracium subgen. Pilosella), die an ihren Spitzen bewurzelte Rosetten bilden.
In Mitteleuropa kommen etwa 15 Sammelarten vor. Das Wald-Habichtskraut (Hieracium sylvaticum) wächst verbreitet in kraut- und grasreichen Laub- und Nadelwäldern, an Waldrändern sowie schattigen Mauern und Felsen. Verbreitet ist auch das in sonnigen Magerrasen zu findende Langhaarige Habichtskraut oder Mausöhrchen (Hieracium pilosella). Ziemlich häufig in lichten Eichenwäldern und im Eichengebüsch bzw. in lichten Eichen- und Kiefernwäldern sowie Heiden und Magerrasen wachsen Hieracium sabaudum (Savoyer Habichtskraut) und Hieracium umbellatum (Doldiges Habichtskraut). In lückigen Kalkmagerrasen, an Wegen, Rainen und Mauern ist Hieracium piloselloides (Florentiner Habichtskraut), in Felsspalt-Fluren das seltene Niedrige Habichtskraut (Hieracium humile) zu finden. Sonnige Steinrasen und Wildgras-Halden bzw. Magerrasen und Silicat-Magerweiden der alpinen und subalpinen Stufe beherbergen Hieracium villosum (Zottiges Habichtskraut) bzw. Hieracium aurantiacum (Orangerotes Habichtskraut).
Habichtskraut enthält u.a. Umbelliferon, Gerb- und Bitterstoffe und wurde früher als Heilmittel gegen Entzündungen des Mund- und Rachenraums verwendet.