"Mausohrhabichtkraut, Hieracium Pilosella, L.
mit blätterlosem, einblümigen Blumenschafte, glattem Fruchtboden, einfacher Haarkrone, ganz glattrandigen, ovalen, unten rauchen Blättern, und kriechenden Lohden, ein auf dürren, erhabnen Plätzen, auf Ackerrändern und an Hügeln wohnendes, niedriges Kraut mit perennirender Wurzel, welches im Mai und Juny gelb blüht.
Dieses ziemlich saftlose Kraut (hb. Pilosellae, Auriculae muris) hat einen bittern, etwas zusammenziehenden Geschmack und ist von den Alten als ein äußeres und inneres wundheilendes Mittel, gegen Bauch- und Blutflüsse und bei andern Erschlaffungen gebraucht worden. Es wird leicht durch kräftigere, erprobtere Mittel ersetzt. An seiner Wurzel findet man eine Art Scharlachschildläuse (Coccus Pilosellae)."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1795)

"Mauerhabichtkraut; Hieracium murorum, L.
mit ästigem Stengel, eiförmigen gezahnten Wurzelblättern, und einem kleinern Stengelblatte, ein an sonnichten und steinichten Plätzen wohnendes, im Mai und Juny gelb blühendes, zweijähriges (?) Kraut.
Die Blätter, vorzüglich von der ganz haarichten Spielart (Fol. Hieracii, Auriculae muris majoris) sind von etwas salzhaftem, bitterm Geschmacke, und sollen nach ehemaligen (noch nicht bestätigten) Erfahrungen in (unbestimmten) Brustkrankheiten und dem Blutspeien gute Dienste thun."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1798)