"Astragalus gummifer
"Labillardiere, der gegen das Ende des Jahres 1786 Klein -Asien bereiste, um dasselbe in
Hinsicht seiner Naturprodukte, vorzüglich der Gewächse, zu untersuchen, fand diesen Astragalus
auf dem Berge Libanon, und sah, dass von demselben Tragant gesammelt wurde, weshalb er
ihn Astragalus gummifer nannte, ... Ehrenberg und Hemprich fanden
ihn in Syrien, wie die von ihnen gesendeten Exemplare beweisen, die vollkommen mit der von
Labillardiere gegebenen Beschreibung und Abbildung übereinstimmen. Sein Wohnort ist
also nicht bloß auf den Libanon beschränkt, sondern dehnt sich beträchlich weiter aus. Die Araber
nennen ihn, wie Labillardiere bemerkt, Ktet, und den aus ihm ausschwitzenden Tragant,
Semmektet, und unterscheiden von letzterem zwey Sorten, eine weiße, halbdurchsichtige und
eine andre von röthlicher Farbe. Weiter hin heißt es aber in der angeführten Abhandlung, es
komme dieser Tragant in großen Stücken von gelber Farbe vor, nähere sich in dieser Rücksicht
dem gemeinen arabischen Gummi, und sey gar nicht gleichend den im Handel vorkommenden
Tragant. Um, wie von diesem, eine gleiche Menge Schleim durch Aufquellen mit Wasser zu
erhalten, müsse man doppelt so viel anwenden. Es geht also hieraus hervor, dass von dem
Astragalus gummifer meist nur eine schlechte Sorte von Tragant gewonnen werde, die, wenn
sie auch im Handel wohl mit Vorkommen kann, doch zum pharmaceutiscchen Gebrauche nicht anwendbar
ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)