,

"[III.8. - Weißes Chamaileon] - Atractylis gummifera (Compositae) - Mastixdistel
Das weiße Chamaileon [Einige nennen es Chrysiskeptron, Andere Ixia, die Römer Carduus varinus (varius), die Ägypter Epher, auch Ephthosephin]; man hat es lxia genannt, weil auf seiner Wurzel in einigen Gegenden ein Gummi sich findet, welches die Frauen statt des Mastix gebrauchen. Es hat Blätter wie die Mariendistel oder die bunte Distel, aber rauher, schärfer und kräftiger als beim schwarzen. Einen Stengel hat es nicht, sondern entwickelt aus der Mitte einen Dorn, ähnlich wie die Marien- oder die Golddistel. Die Blüten sind purpurfarbig und bilden gleichsam einen Haarkranz; die Frucht ist der des Saflors ähnlich; die Wurzel ist an fruchtbaren Hügeln dick, an steinigen aber dünner, im Innern weiß, etwas gewürzhaft, von durchdringendem Geruch, süß und treibt in der Menge eines Bechers getrunken den Bandwurm ab. Sie wird in herbem Wein mit Dostenabkochung genommen; auch Wassersüchtigen wird sie vorteilhaft zu 1 Drachme mit Wein gegeben, denn es macht sie dünner. Ferner wird ihre Abkochung gegen Harnverhaltung getrunken. Mit Wein genommen ist sie ein Mittel gegen den Biß giftiger Tiere. Hunde, Schweine und Mäuse tötet sie, wenn sie mit Graupen gemischt und mit Hydroleum angerührt wird."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)