Günsel m, Ajuga, Gattung der Lippenblütler mit etwa 45 in Eurasien und Afrika verbreiteten Arten; Kräuter oder Halbsträucher mit am Grunde oft rosettig gehäuften Blättern und meist zu endständigen, beblätterten Scheinähren vereinigten, blauen, rötlichen, weißen oder gelben Blüten mit sehr kurzer Ober- und langer, 3lappiger Unterlippe. Die Samen (Nüßchen) besitzen ein Elaiosom und werden überwiegend von Ameisen ausgebreitet (Myrmekochorie).
In Mitteleuropa 4 Arten: Am häufigsten ist der auf Wiesen und in Laubwäldern wachsende Kriechende Günsel (Ajuga reptans), eine ausdauernde, mit oberirdischen Ausläufern kriechende Pflanze mit verkehrt-eiförmigen Blättern und meist blauen, zu mehreren in den Achseln von (oft violett überlaufenen) Hochblättern stehenden Blüten; er enthält Gerbstoff und gilt seit alters her als Heilpflanze.
Ebenfalls blaue Blüten besitzen der zottig behaarte, zerstreut in Kalkmagerrasen und Sandfeldern sowie an Böschungen, Wegrainen und Gebüschsäumen wachsende Genfer Günsel oder Heide-Günsel (Ajuga genevensis) und der in Deutschland bestandsgefährdete Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis). Letzterer wächst in Silicat-Gebirgsmagerrasen und zeichnet sich durch einen pyramidenförmigen Blütenstand mit weinroten Hochblättern aus.
Der ebenfalls bestandsgefährdete, ursprünglich im Mittelmeergebiet und Vorderasien heimische Gelbe Günsel (Ajuga chamaepitys) besitzt 3teilige Blätter mit linealen Abschnitten sowie einzeln blattachselständige, gelbe Blüten mit rötlich gezeichneter Unterlippe und wächst in Getreidefeldern, Weinbergen und Brachen. Insbesondere vom Kriechenden Günsel gibt es eine ganze Reihe von Kultursorten mit verschiedenfarbigen Blättern und Blüten, die gern als Bodendecker verwendet werden.