"Guarana: Die Droge wird aus den Samen von Paullinia cupana gewonnen. Die Stammpflanze ist ein Kletterstrauch, der im Amazonasgebiet heimisch ist. Er wird in Paraguay, Brasilien und Venezuela auch kultiviert, indem er - ähnlich wie Hopfen - an Stützen hochgezogen wird. Die haselnussgroße Frucht enthält in der Regel einen einzigen Samen. Zur Guaranagewinnung werden die Kotyledonen geröstet, zerkleinert und sodann mit Wasser zu einem Brei zerstoßen, der zu Stangen, Kugeln oder Broten geformt und getrocknet wird.
In Brasilien wird Guarana als Tonikum getrunken, indem man 1-2 g der Paste in Wasser aufschwemmt. In einigen europäischen Ländern (Italien, Frankreich) wird die Pasta Guarana als ein Ingredienz von Tonika verwendet. Als Monopräparat wird in Italien auch der Fluidextrakt - eingestellt auf einen Koffeingehalt von 3% - angeboten."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)