"Guajazulen: Guajazulen kommt als solches nicht in der Natur vor, vielmehr bildet es sich als Artefakt bei der Gewinnung und Aufarbeitung bestimmter ätherischer Öle. Von praktischem Interesse sind die sog. Guajazulenbildner - Pflanzenstoffe, die sich leicht partialsynthetisch durch Dehydrierung in Guajazulen überführen lassen. Guajazulenbildner sind in großer Zahl bekannt, darunter das Guajol, das zuerst im Guajakholz (von Guajacum-Arten) entdeckt wurde.
Die Droge liegt bei Zimmertemperatur in Form blauer Kristalle vor, die in Wasser schwer, in Ehter oder Chloroform gut löslich sind. Der Handel bietet Guajazulen in Form tiefblau gefärbter Flüssigkeiten an.
In bestimmten pharmakologischen Modellen erweist sich Guajazulen (ebenso wie Chamazulen, ein Bestandteil der Kamille) als lokal entzündungshemmend und antiallergisch wirksam. Die therapeutische Relevanz der nachgewiesenen Effekt ist umstritten.
Anmerkung: Guajazulen wird wie natürliches Chamazulen verwendet. Oft wird der Verbraucher, der ein rein pflanzliches Produkt erwerben möchte, durch die auf Kamille abgestellte Werbung in die Irre geführt... "
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)