"[III.20. - Tragakantha] - Astragalus spec. (Papilionacea) - Tragant
Die Tragakanthwurzel ist breit und holzig und regt aus der Erde hervor;
aus ihr entspringen niedrige, kräftige, weithin sich ausbreitende Triebe,
an denen viele kleine, zarte Blättchen sitzen, dazwischen, von den Blättern
verborgen, weisse, kräftige, gerade Dornen. Tragakanth ist auch ein
Gummi, welches über der angeschnittenen Wurzel sich sammelt. Den
Vorzug verdient das durchscheinende, leichte, feine, reine und süssliche.
Es hat eine dem Gummi gleiche, verklebende Kraft. Dasselbe wird zu
Augenmitteln gebraucht, ferner mit Honig als Leckmittel gegen Husten,
Rauheit der Luftröhre, Heiserkeit und gegen Nasenbluten. Man lässt es
unter die Zunge gelegt zergehen, auch wird es zu 1 Drachme in süssem
Wein gelöst gegen Nierenschmerz und bei Verletzung der Blase getrunken, indem ihm gebranntes und gewaschenes Hirschhorn oder Spaltalaun zugemischt wird.
"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)