"Rhus toxicodendron (Toxicodendron radicans)
Dieses Gewächs, welches einen scharfen Milchsaft enthält, der an der Luft schwarz wird,
bringt schon durch seine Ausdünstung einigen Personen nachtheilige Folgen, und noch mehr,
wenn sie mit seinem Safte in Berührung kommen; andern hingegen scheint er weniger zu
schaden. Es erfolgt gewöhnlich eine sehr schmerzhafte Geschwulst des Gesichts, der Hände,
ja oft des ganzen Leibes, mit häufigen Bläschen, die erst beym Fallen der Geschwulst durch
Abfallen der Oberhaut vergehen. ...
Anderson, Dufresnoy, van Mons, Blangny, Mangrat und mehrere haben sowohl
der getrockneten Blätter als auch des Extractes bey Lähmungen oft mit Nutzen sich bedient.
Auch ist dieses Mittel bey Flechten und den von ihrer Unterdrückung herrührenden Uebeln, in
der Lungensucht und Melancholie empfohlen worden. Bey Lähmungen angewendet, bemerkten
die Kranken schmerzhafte Empfindungen in den gelähmten Theilen, wo dann bald darauf die
Heilung erfolgte. Es ist unstreitig ein sehr wirksames Mittel, was aber von Ärzten noch
genauer geprüft werden muss, da seine Wirkungen bey verschiedenen Individuen auch eben
so verschieden sich zeigen, wie die Gaben in denen es angewendet werden kann."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)