"Teucrium polium
In den Arzneyvorrath ist das blühende Kraut vom Teucrimn creticum unter dem Nahmen Herba seu Smnmitates Polii cretici aufgenommen worden ; doch wo das Teucrium creticum nicht zu haben ist, da sammelt man von dem Teucrimn Polium das blühende Kraut, Herba seu Smnmitates Polii montani. Unter diesem Nahmen versteht man aber nicht in allen Ländern dieselbe Pflanze, so dass man nach Murray nur in Frankreich es so nimmt, in Deutschland aber das Teucrium montanum und in England das Teucrium capitatum dafür gesammelt wissen will.
Die neue Pharmacopoea Gallica von 1819 führt hingegen nicht nur das Teucrium Polium an, sondern auch noch Teucrium creticum , aureum, montanum und capitatum , von denen ohne Unterschied nach Verschiedenheit der Gegend das eine für das andre genommen werden kann. Alle diese Gewächse sind aromatisch und etwas bitter, und werden daher zu den excitirenden und stärkenden Mitteln gerechnet. Die Smnmitates Polii cretici seu montani kamen ehedem mit zum Theriak. Außerdem sind sie nicht viel in Anwendung gekommen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)