Greiskraut, Kreuzkraut, Senecio, Gattung der Korbblütler mit über 1500, fast über die gesamte Erde verbreiteten Arten. Ein- oder mehrjährige Kräuter, (Kletter-)Sträucher oder Bäume mit einfachen bis fiederteiligen Blättern und kleinen bis sehr großen, einzeln oder in Ebensträußen stehenden Blütenköpfen aus röhrigen scheiben- und zungenförmigen Randblüten. Als eine der größten Gattungen der Höheren Pflanzen besiedelt Senecio die unterschiedlichsten Lebensräume. In Anpassung an Wüsten, Strände, Steppen, Wiesen, Sümpfe, (tropische) Hochgebirge, arktische Tundren sowie Wälder sind die verschiedensten Wuchsformen entstanden.
In Mitteleuropa zu finden sind nur krautige, hell- bis orangegelb blühende Arten von Senecio. Die häufigste mitteleuropäische Art ist das heute als Unkraut und Ruderalpflanze nahezu weltweit verbreitete, wahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum stammende Gewöhnliche Greiskraut (Senecio vulgaris); es wird bis 30 cm hoch und besitzt fiederteilige Blätter und kleine, meist nur aus Röhrenblüten bestehende Blütenköpfe.
Zerstreut auf Weiden, an Böschungen und Rainen wächst Senecio jacobaea (Jakobs-Greiskraut).
In krautreichen Buchen(misch)wäldern der montanen Stufe (vor allem auf Schlägen und Lichtungen) ist Senecio fuchsii (Fuchs-Greiskraut), an Waldwegen, auf Waldlichtungen und -schlägen Senecio silvaticus (Wald-Greiskraut) zu finden. Das Rautenblättrige Greiskraut (Senecio erucifolius) wächst in Kalk-Magerrasen und -weiden, Halbtrockenrasen oder trockenen Moorwiesen sowie an Wald- und Buschrändern (Wegrainen). Senecio aquaticus (Wasser-Greiskraut) ist in Naß- oder Moorwiesen sowie an Gräben und Quellen zu finden. In Silicat-Magerrasen und -weiden der alpinen Stufe wächst das in Deutschland stark bestandsgefährdete Graue Greiskraut oder Krainer Greiskraut (Senecio carniolicus), in sonnigen Kalk-Magerrasen der subalpinen und alpinen Stufe Senecio doronicum (Gemswurz-Greiskraut) und in Läger- und Hochstaudenfluren, um Sennhütten, auf Alpenweiden sowie an Wegen und Erlenauen Senecio alpinus (Alpen-Greiskraut).
Verschiedene Senecien sind ihres Alkaloidgehalts wegen giftig. Mitteleuropäische Arten, wie Senecio vulgaris, Senecio silvaticus oder Senecio alpinus, enthalten neben anderen Alkaloiden Senecionin oderihm verwandte Verbindungen, die schon in geringen Dosen zu schweren Leberschäden, in höheren Dosen zum Tod führen können. Senecio vulgaris wie auch Senecio jacobaea, dessen Alkaloid Jacobin in seiner Wirkung dem Senecionin gleicht, galten früher als Heilpflanzen.