"Jakobskreutzkraut, Senecio Iacobaea, L.
mit gefiedert leierförmigen Blättern, deren Blättchen zerschlissen sind, und mit aufrechtem Stengel, ein perennirendes Kraut auf Wiesen an waldichten Gegenden und Wegen von fast drei Schuh Höhe, welches den ganzen Sommer über gelb blüht.
Das sehr widrig bitterlich scharf schmeckende Kraut (hb. Iacob.) ist seinen Wirkungen nach noch nicht gehörig geprüft. Ehedem rühmte man das frische Kraut vorzüglich äußerlich als ein zertheilendes, reinigendes Mittel in Fisteln, in Geschwüren, als Gurgelwasser in Halsgeschwülsten, so auch als dienlich auf rothlaufartige Entzündungen[435] gelegt, und bei Koliken umgeschlagen. Als Absud gab man es innerlich, und als Klystier in der Ruhr, wie man glaubte, mit großem Nutzen; eine Anwendung, die jedoch nur Hausmittel geblieben zu seyn scheint."
"Speykreutzkraut, Senecio vulgaris, L. mit strahllosen, hie und dort vertheilten Blumen, und Stengel umfassenden, mit Ausschweifungen in Querstücke getheilten Blättern ein höchstens fußhohes, auf alten Mauern, in Gärten und Krautländern wucherndes Sommergewächs, welches jedoch den größten Theil des Winters überdauert, und so auch fast das ganze Jahr über gelb blüht.
Das grusicht und säuerlich schmeckende, und den Speichel lockende Kraut (Hb. Senecionis, Erigeri) besitzt eine nicht gemeine Schärfe, da ihr ausgepresster Saft (mit Bier oder Honig gemischt) in mehrern Gegenden als Brechmittel unter dem Volke gebräuchlich ist, um sich in Gelbsucht und andern Leberbeschwerden, auch gegen habituelles Erbrechen, Koliken und Blutspeien Hülfe zu schaffen. Menschen und Pferden hat man mit dem ausgepreßten Safte Eingeweidewürmer abgetrieben. Aeusserlich hat man es unter Breiumschläge zur Zeitigung der Abscesse und Zertheilung[241] der Milchknoten in den Brüsten genommen. Wie aber mit diesen Wirkungen die angerühmte erweichende und schmerzstillende Kraft bestehen könne, läßt sich schwer begreifen."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)
"Speykreutzkraut, Senecio vulgaris, L.
mit strahllosen, hie und dort vertheilten Blumen, und Stengel umfassenden, mit Ausschweifungen in Querstücke getheilten Blättern ein höchstens fußhohes, auf alten Mauern, in Gärten und Krautländern wucherndes Sommergewächs, welches jedoch den größten Theil des Winters überdauert, und so auch fast das ganze Jahr über gelb blüht.
Das grusicht und säuerlich schmeckende, und den Speichel lockende Kraut (Hb. Senecionis, Erigeri) besitzt eine nicht gemeine Schärfe, da ihr ausgepresster Saft (mit Bier oder Honig gemischt) in mehrern Gegenden als Brechmittel unter dem Volke gebräuchlich ist, um sich in Gelbsucht und andern Leberbeschwerden, auch gegen habituelles Erbrechen, Koliken und Blutspeien Hülfe zu schaffen. Menschen und Pferden hat man mit dem ausgepreßten Safte Eingeweidewürmer abgetrieben. Aeusserlich hat man es unter Breiumschläge zur Zeitigung der Abscesse und Zertheilung der Milchknoten in den Brüsten genommen. Wie aber mit diesen Wirkungen die angerühmte erweichende und schmerzstillende Kraft bestehen könne, läßt sich schwer begreifen.
"
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)