"[IV.95. - Kreuzwurz] - Senecio vulgaris (Compositae) - Gemeine Kreuzwurz
Das Erigeron - Einige nennen es Erechthites [die Römer Herbalum, auch Senecium] - ist ein kleiner, ellenlanger, röthlicher Stengel, er hat gedrängt stehende, am Ende eingeschnittene Blätter wie die Rauke, sie sind aber viel kleiner. Die Blüthen sind gelblich, spalten sich rasch und welken ein zu den sogen. Haarkronen; es hat den Namen daher, dass im Frühjahr die Blüthen nach Art der Haare weiss werden. Die Wurzel ist unbrauchbar. Es wächst am meisten auf Mauern und bei den Städten. Die Blätter mit den Blüthen haben kühlende Kraft; daher heilen die Blätter mit süssem Wein oder für sich allein als Umschlag Entzündungen der Hoden und des Afters, mit Weihrauchkörnern auch sonstige Wunden, sowie solche an den Sehnen. Auch die Haarkronen für sich, in Essig umgeschlagen, leisten dasselbe; frisch dagegen getrunken bewirken sie Erstickung. Der ganze Stengel, mit Wasser gekocht und mit süssem Wein getrunken, heilt Magenschmerzen, die von der Galle berrühren."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[IV.121. - Kakalia] - Cacalia verbascifolia (Compositae) - Wollblumenblätterige Kakalie
Die Kakalia - Einige nennen sie Leontika - treibt weisse Blätter von ansehnlicher Grösse, aus ihrer
Mitte kommt der aufrechte weisse Stengel mit einer dem Moos oder Olive ähnlichen Blüthe. Sie
wächst auf den Bergen. Ihre Wurzel, in Wein macerirt wie Traganth und aufgeleckt oder für sich allein
verzehrt, heilt Husten und Rauheiten der Luftröhre; die nach dein Abblühen entstandenen Körner,
wenn sie fein gestossen in Wachssalbe aufgenommen und aufgeschmiert werden, machen das
Gesicht glatt und runzelfrei."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)