"[I.151. - Granatapfel] - Punica granatum (Punicaceae) - Granatapfel
Jede Art Granatapfel ist wohlschmeckend, dem Magen bekömmlich, nicht nahrhaft. Von ihnen ist indes der süße dem Magen zuträglicher, indem er eine gewisse Wärme erzeugt und Blähungen verursacht, weshalb er für Fiebernde unbrauchbar ist. Der saure dagegen hilft dem erhitzten Magen, ist auch zusammenziehender und mehr urintreibend, aber unangenehm für den Gaumen und astringirend, der weinartige hat mittlere Kraft. Der Kern des sauren, in der Sonne getrocknet, auf die Gemüse gestreut und damit gekocht hilft gegen Magen- und Bauchfluss. In Regenwasser macerirt ist er, innerlich genommen, gegen Blutspeien nützlich und eignet sich zu Sitzbädern für die an Dysenterie und Gicht Leidenden. Das aus dem Kern Gepresste mit Honig gemischt findet gute Anwendung gegen Geschwüre im Munde, an der Scham und am After, sowie gegen Überwachsen der Fingernägel, gegen fressende Geschwüre und Wucherungen, gegen Ohren- und Nasenleiden, besonders das aus dem sauren (Kern Gepresste)."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.152. - Granatblüthe]
Die Blühen desselben (des Granatbaumes), welche auch Kytinoi genannt werden, sind gleichfalls adstringirend, austrocknend und stopfend, sie verkleben auch blutige Wunden und wirken in allen Fällen wie der Granatbaum. Die Abkochung davon ist ein Mundwasser bei schwammig gewordenem Zahnfleisch und gelockerten Zähnen, verklebt auch als Kataplasma Darmbrüche. Einige berichten, dass man nach dem Genuss von drei selbst sehr kleinen Kytinoi das ganze Jahr hindurch nicht an den Augen leide. Der Saft wird daraus gemacht wie aus Hypokistis."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.153. - Granatrinde]
Auch die Rinde der Granate, welche Einige Sidion nennen, hat adstringirende Kraft und wirkt gleichfalls gegen alles das, wogegen die Granatäpfel angewandt werden. Die Abkochung der Wurzeln treibt, getrunken, den Bandwurm aus und tötet ihn."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[I.154. - Balaustion] - Blüte des wilden Granatbaumes
Balaustion ist die Blüte des wilden Granatbaumes. Es gibt deren mehrere Arten, denn man findet das weiße, das feuerrote und das rosafarbige. Es gleicht dem Kytinos des (zahmen) Granatbaumes und wird zur Saftgewinnung benutzt wie die Hypokistis. Es hat adstringirende Kraft und wirkt gegen Alles, wogegen die Hypokistis und der Kytinos dienen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)

"[V.34. - Granatenwein]
Der Granatenwein wird so bereitet: Nimm reife, von den Kernen befreite Granatäpfel, presse den Saft aus den Früchten und setze ihn bei Seite, oder koche ihn auf den dritten Theil ein und setze ihn weg. Er ist von guter Wirkung bei inneren Flüssen und mit den Flüssen verbundenen Fiebern, auch gut für den Magen, stopft den Bauch und treibt den Harn."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)