Synonyme: Amphiraphis leiocarpa, A. pubescens, Dectis decurrens, Doria virgaurea, Solidago cantonensis, S. decurrens, S. virga-aurea;
Fuchsschwanz, Echte Goldrute, Gewöhnliche Goldrute, Goldwundkraut, Heidnisch Wundkraut, Ochsenbrot, Petrusstab, Pferdekraut, Schoßkraut, Waldkraut, Wilde Goldrute, Wundkraut
Historisches: Der Gattungsname Solidago ist lateinischen Ursprungs und von solidus (gesund, fest), unter Bezugnahme auf die Heilwirkung der Pflanze, abgeleitet. Der ebenfalls lateinische Artname setzt sich aus virga (Rute) und aureus (golden) aufgrund von Form und Farbe des Blütenstandes zusammen. Als Wundkraut soll die Goldrute bereits bei den alten Germanen in hohem Ansehen gestanden haben. Die erste nachweisliche Verwendung der Droge als Urologikum geht allerdings erst auf den in Frankreich, Italien und Spanien tätigen Arzt Arnold von Villanova (etwa 1240-1311) zurück. Seine Angaben wurden von den mittelalterlichen Kräuterbüchern aufgegriffen und die günstige Wirkung der Droge zur Behandlung von Blasensteinen und Nierengrieß hervorgehoben. Arnaud (1653) nennt die Goldrute als Diuretikum sowie als Mittel zum "Lösen der Steine". In der Württembergischen Pharmakopöe von 1741 wird die Droge als Herba Consolidae Saraceniae und als "Lithontripticum" bezeichnet. Diese Anwendung setzt sich in der Folgezeit bis in die Gegenwart fort. Da die Droge sowohl innerlich als auch äußerlich als heilend galt, wurde sie auch als "Heidnisch Wundkraut" bezeichnet.
Droge: Virgaureae herba (syn. Herba Solidaginis virgaureae, Herba Consolidae sarracenicae, Herba Consolidae aureae, Herba Fortis, Herba Doria, Herba Virgaureae, Solidaginis virgaureae herba); Echtes Goldrutenkraut (syn. Goldwundkraut, Heidnisch Wundkraut, Edelwundkraut, Goldrautenkraut, Schoßkraut), die während der Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile von S. virgaurea.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,4-0,5 %) mit γ-Cadinen als Hauptkomponente, Flavonoide (ca. 1,5 %) mit Rutin als Hauptbestandteil; bisdesmosidische, z.T im Kohlenhydratteil acylierte Triterpensaponine mit Polygalasäure als Triterpengrundkörper (ca. 0,2-0,5 %); Phenolglykoside, bes. Leiocarposid (bis 1,6 %) und Virgaureosid A vgl. Formel, ferner Kaffeesäurederivate, u.a. Chlorogensäure und 3,5-Dicoffeoylchinasäure, Iridoide sowie Polysaccharide.